Wohn- und Geschäftshaus

Weißenburgstr. 24, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1912 / 1949 Wiederaufbau


 

Architekt des Wiederaufbaus: Peter Becker (?-?)

  • vier bis fünf Geschosse, Souterrain, ausgebautes Mansard- und Dachgeschoss
  • fünf Achsen
  • Putzfassade (verändert) mit Stuckgliederungen
  • Stil: Neo Klassizismus

 

Fassade

  • Mittelachse besonders akzentuiert durch
  • portalartig gerahmten Hauseingang
  • dreigeschossigen Erker auf rechteckigem Grundriß mit Balkon
  • (Erker setzt sich in der zweiten Achse von rechts über zwei Geschosse - mit Balkon - fort)
  • Fenster erneuert (in Anlehnung an die ursprüngliche Gliederung)
  • Haustür erneuert
  • Souterrain mit zwei originalen Fenstergittern und zweiflügeliger, ca. 1,50 m hoher Holztür

 

Inneres

Im Innern original

  • Marmorbelag der
  • Treppe
  • anschließenden kleinen Bodenfläche
  • schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf (bis zum vierten Obergeschoss)
  • Terrazzobelag der Treppenpodeste.

 

Rückseite

  • backsteinsichtig
  • Balkone (erneuert) an den nach
  • Süden (erstes bis drittes Obergeschoss) weisenden Hauswänden
  • Osten (erstes bis viertes Obergeschoss) weisenden Hauswänden
  • oberstes Geschoß der Hofbebauung nach dem Zweiten Weltkrieg aufgesetzt

 

Bestandteil des Denkmals ist der Garten im Süden und Südwesten des Grundstücks.

 

Die von Hermann Joseph Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring [heute Theodor-Heuss-Ring] bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel" aufwändiger oder schlichter gestaltet ist.

Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Weißenburgstraße als Allee angelegt. Das o. g. Objekt befindet sich im westlichen Straßenabschnitt der Weißenburgstraße, der zu dem sogenannten Dreikönigenviertel östlich des Güterbahnhofs gehört. Dieses Wohnquartier westlich der Neusser Str. zeichnet sich durch eine verhältnismäßig schlichte Bebauung aus, im Gegensatz zu der aufwändigeren Bebauung im "Gerichtsviertel" östlich der Neusser Str. Die Bauten an der Alleestraße sind jedoch insgesamt repräsentativer gestaltet.

Das Wohn- und Geschäftshaus Weißenburgstr. 24 wurde um 1912 errichtet, als der überwiegende Teil der Bebauung der Weißenburgstraße bereits vorhanden war. Es belegt damit die ursprünglich letzte Ausbauphase der Weißenburgstraße. Das im neoklassizistischen Stil errichtete Objekt kennzeichnen glatte Putzflächen mit äußerst sparsam verteiltem Schmuckdekor (zwei Blumenkörbe haben sich am Erker erhalten), flache Wandvorlagen sowie Sohlbank-, Stockwerk- und Dachgesimse.

Ein weiteres besonderes Gebäudemerkmal ist der asymmetrische Fassadenaufbau, der sich insbesondere in der Anordnung und Gestalt des Erkers und der Dachform manifestiert. Das Nachbarhaus Weißenburgstr. 22 ist annähernd spiegelsymmetrisch aufgebaut, so daß sich im Zusammenhang eine signifikante Balance zwischen Symmetrie und Asymmetrie ergibt. Beide Gebäude bilden ein Ensemble mit darüber hinaus monumentalem Charakter. Ihre architektonische Form entspricht somit der repräsentativen Weißenburgstraße.

Das heute nur als Wohnhaus genutzte Objekt, das nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde

  • tragendes Mauerwerk gut erhalten
  • Balkendecken der Geschosse verbrannt
  • Dachkonstruktion verbrannt
  • Grundrisse wurden leicht verändert

                                                            dokumentiert mit dem zu dem Entwurfskonzept dazugehörigen Garten das ursprüngliche Erscheinungsbild der Stübbenschen Stadterweiterung. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Gründerzeit-Ensembles Neustadt/Nord.

Referenz: 9320


Das Denkmal hat die Nummer 7282 und ist seit dem 9. Dezember 1994 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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