Technische Denkmäler/ Wasser- und Elektrizitätswerk

Bonner Wall 10-70, 50677 Köln - Neustadt-Süd weitere ...

errichtet  1883-85.

 

Bauten der Elektrizitäts- und Wasseraufbereitung an Zugweg, Bonner Wall und Ohmstr. (Neustadt-Süd) einschließlich der vor den Denkmälern vorhandenen, originalen und teilweise auch rekonstruierten Einfriedung. Nicht zum Denkmal gehören das Prüfamt (= Gebäude 30) und die Zähler-Lagerhalle (= gebäude 40) sowie die diesen Gebäuden vorgelagerte Einfriedung und das Pförtnerhäuschen links vom Eingang am Zugweg.

Gebäude 50 (Betriebs- und Laborgebäude, ehemaliges Pumpenhaus Severin I), ursprünglich zur Rolandstr. (Neustadt-Süd) hin orientiert, heute durch vorgelagertes Gebäude 30 mehr inmitten des Geländes gelegen.

 

Entwurf unter Leitung von Direktor Hegener,

  • technische Ausführung Ingenieur Wachendorf
  • später Regierungsbaumeister Genzmer 
  • Ingenieur Froizheim
  • Zwei Geschosse im Außenbau angedeutet
  • im Inneren später neue Geschoßaufteilung, d.h. heute drei Geschosse
  • Längsfronten je fünf Achsen, Mittelachse betont als dreifensterbreiter Risalit mit höheren Geschossen ausgebildet
  • gelbe Backsteinfassaden mit roten Eifeler Sandsteingliederungen (Fensterbänke, Gesimse, Wandpfeilerkappen) und Basaltsockel,
  • Steinbauplastik (zwei Putten, ein Wappen mit Helmzier haltend) im Bogenfeld des Risalitgiebels und oberhalb des Eingangs (Löwenkopf).
  • originales Dach einschließlich des Bauzierats als Bekrönung der Fassaden durch Kriegseinwirkungen nicht mehr vorhanden.
  • Fassadengestaltung mit vorwiegend Anklängen an den Klassizismus und die Renaissance.

 

Gebäude 20 (Kesselhaus) am Zugweg gelegen,

errichtet 1890-91,
stumpfwinkelig anschließender Seitenflügel erbaut um 1895,
rückwärtiger Erweiterungsbau erbaut um 1908.

 

  • Haupttrakt straßenwärts:
  • Zweigeschossige Fassadengliederung,
  • innen offene Hallenkonstruktion.
  • Symmetrischer, sechsachsiger, langgestreckter Bau.
  • Mittelachse betont durch dreiachsigen Risalit mit wiederum hervorgehobener Mittelachse (durch großes Fenster mit teils originaler Verglasung und darunter befindlichem Spruch in griechischer Sprache: "Kineitai Kai Pei Ta anta" (= Es wird bewegt und alles fließt).
  • Rechte Außenachse mit Eingang als Überleitung zum dreiachsigen Seitenflügel.
  • Gelbe Backsteinfassaden mit roten Buntsandsteingliederungen (durchlaufende Sohlbänke, Schlußstein, Gesims),
  • Basaltsockel.
  • Erneuertes Satteldach.
  • Giebelbekrönung als Bauzierat nicht mehr vorhanden.
  • Fassadengestaltung mit vorwiegend Anklängen an die Renaissance.

Innenausstattung in der großen Halle:

  • Untere Wandpartie:
  • Verblendung mit grünen Wandfliesen, untergliedert von roten Fliesen.
  • offener Dachstuhl (erneuert).
  • inmitten des Raums Treppenanlage zum Untergeschoß führend, durch Geländer mit geometrischem Jugendstil abgegrenzt (um 1908 erstellt).
  • Metallstufen mit durchbrochenen Metallstößen

 

Untergeschoß mit Kappendecke und Steinpfeiler als Stützen.

Im Gebäudevorsprung (Risalit) eine in den Raum ragende Empore mit Brüstungsgeländer (um 1908 erstellt), getragen von drei gußeisernen Säulen mit von Palmetten geschmückten Kapitellen mit darüber befindlichen Konsolen.

Auf der Empore drei weitere, schlichtere, gußeiserne Säulen.

Treppengeländer zur Empore ebenfalls in geometrischem Jugendstil gehalten.

Rückwärtiger Erweiterungsbau:

errichtet um 190

 

  • Längsfront neun Achsen.
  • Hauptgeschoß mit Rundbogenfenstern,
  • darüber attika-artige Befensterung mit Drillingsfenstern.
  • Achsialsymmetrischer Ziergiebel.
  • Erneuertes Satteldach mit überhöhtem First mit beidseitigen Oberlichtstreifen,
  • an Giebelfronten vor überhöhtem First Giebelaufsatz.
  • Backsteinfassaden mit horizontalen Basaltsteingliederungen.
  • Fassadengestaltung mit Anklängen an Romanik und Gotik.

 

Gebäude 10 (Maschinenhaus) am Zugweg gelegen.

  • errichtet um 1900.
  • Langgestreckter Bau mit Satteldach (erneuert).
  • Dachreiter und Dachgauben nicht mehr vorhanden.
  • Südlicher Gebäudeteil in oberen Partien und Giebelfront wieder aufgebaut.
  • In der Mitte querschiffartige Vorbauten, dieser Querbau auf der straßenwärtigen Seite von in die Ecken gesetzten Rundtürmen flankiert (südlicher Turm heute ohne Dachaufbau).
  • Im Nordwesten ein alles überragender, runder Treppenturm mit Zwerchgalerie, Dachgauben und bekrönender Laterne.
  • an Giebelfront im Norden risalitartiger Vorbau, zwischen diesem und Turm Eingang loggienartig gestaltet mit bekrönendem Balkon und Löwe auf Eckpfosten.
  • Stufenportalartige Gestaltung mit bauplastischem Schmuck.
  • Zweiflügelige, originale Türe mit reich untergliedertem Rundbogenoberlicht.
  • Außenbaugliederung mit Rundbogenfenster und Attikabefensterung.
  • Rote Backsteinfassaden mit Basaltgliederungen.
  • Eingangsbereich mit hellem Sandstein.
  • Fassadengestaltung mit Anklängen an die Romanik.

 

Innenausstattung:

  • Vorflur: Mosaikfußboden,
  • Kreuzrippengewölbe mit Köpfen als Konsolen.

 

Treppenturm mit drei übereinander befindlichen Treppensystemen.

  • die beiden unteren Treppen mit geschnitzten Stufenstößen und Ziernägeln auf der Unterseite der Treppen, 
  • jeweils schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf;
  • originale Treppenfenster,
  • profilierte Fußleisten;
  • oberste Treppe mit Geländer der 50er Jahre
  • im kleinen Treppentürmchen Wendeltreppen mit Stufen aus Buntsandstein mit nach unten abgefasten Stufen.

 

Gebäude 71 (Nebengebäude, Lagerschuppen) am Bonner Wall gelegen.

  • errichtet um 1903.
  • Niedriger, an die Mauer gebauter, langgestreckter, schmaler Bau, teilweise rekonstruiert.
  • Pultdach.
  • Rote Backsteinfassaden
  • drei Holztore und drei dazwischen befindliche Fensterpaare.

Gebäude 70 (Betriebsgebäude, ehemaliges Kesselhaus Severin II), am Bonner Wall gelegen.

errichtet  1900/01

  • freistehender, langgestreckter Bau mit straßenwärts niedrigem Vorbau, einst von zwei Kaminen flankiert (heute von diesen nur die quadratischen Sockel vorhanden)
  • Satteldach (erneuert) mit überhöhtem First mit beiderseitigem Oberlichtstreifen
  • Längsfronten mit je fünf Achsen
  • Rote Backsteinfassaden mit dunkelroten, glasierten Klinkern gegliedert
  • Basaltsteinsocke
  • Fassadengestaltung mit Anklängen an die Romanik und Gotik
  • Nordwestlicher Innenhofteil durch Bürobauten verändert
  • auf Nordseite vier originale, zweiflügelige Metalltore

Innen: Große Halle mit offenem Dachstuhl, gelben Klinkerwänden mit Musterung durch rote Klinker

 

Gebäude 60 (Pumpenhalle, ehemaliges Pumpenhaus Severin II), am Bonner Wall gelegen.

  • errichtet 1900-1901
  • freistehender, langgestreckter Bau mit polygonalen Eckgestaltungen (Turmaufsätze nicht mehr vorhanden)
  • Walmdach (erneuert)
  • ein Treppengiebel in der Mittelachse der Nordfront (übrige Treppengiebel nicht mehr vorhanden)
  • Außengliederung in Sockelgeschoß, Hauptgeschoß und ausgebautes Dachgeschoß.
  • innen heute Hauptgeschoß am Rande begehbar
  • Längsfronten je fünf Achsen,
  • Schmalfronten je eine Achse
  • Von dem in jeder Achse vorhandenen Spitzbogenfenster mit je fünf Lanzettfenstern sind auf der Nordfront drei original vorhanden und auf der Südfront das mittlere.
  • Von den jeweils zu Dreiergruppen angeordneten, oben spitz zulaufenden Fenstern an den Ecken sind drei Eckgestaltungen original.
  • Insgesamt an originalen Fenstern: Kleinteilige Sprossengliederungen sowie horizontale, orangefarbene, verglaste, metallene Kleeblattstreifen.
  • Auf der Nordfront in der Mittelachse zweiflügelige Türe erhalten
  •  Rote Backsteinfassaden mit dunklen Klinkern gegliedert.
  • Basaltsockel und Basaltstein vor allem an Fenstern (Sohlbank, Schluß- und Bogenansatzstein)
  • Fassadengestaltung mit Anklängen an die Gotik.
  • Innengestaltung: Im Hauptgeschoß an den unteren Wandpartien grüne Fliesen mit roten Randstreifen.

 

Gebäude 62 (Einlaufhaus), an der Ohmstraße gelegen

  • errichtet 1901 (inschriftlich datiert auf der Wetterfahne),
  • restauriert 1981 (inschriftlich datiert auf der Wetterfahne)
  • in die Einfriedung eingebundenes, freistehendes Gebäude mit steilem Walmdach
  • zum Betriebsgelände hin stadttorartig gestaltet mit Stufenportal und flankierenden Ecktürmen mit drei gekuppelten Lanzettfenstern
  • Seitenfronten: Je ein Fenster.
  • Rückfront: Ein gekuppeltes Fensterpaar.
  • Rahmung der Rück- und Seitenfronten jeweils durch Eckpilaster mit lanzettförmigen Vertiefungen
  • Backsteinfassaden mit dunkelfarbig glasierten Klinkern gegliedert
  • Basaltsockel und -gesims sowie einzelne Basaltsteine am Fenster- und Türgewände. Fassadengestaltung mit Anklängen an Gotik.
  • Innengestaltung: Kreuzrippengewölbe. Blaue Wandfliesen, gegliedert durch braune Fliesen.

 

Gebäude 21 und 22 (Kamine), hinter Gebäude 20 gelegen. Erbaut um 1905.

  • Zwei 75 m hohe Kamine auf rundem Grundriß, sich nach oben verjüngend.
  • Rote Backsteinfronten. Im unteren Teil gemusterte Backsteinschäfte.

 

Einfriedung:

errichtet um 1900.

Entlang der Ohmstr. (Neustadt-Süd), teilweise entlang dem Bonner Wall, und zwar bis einschließlich zur Eckgestaltung am Zugweg

  • Teilstücke ergänzt, teilweise nicht mehr alle Profilsteine vorhanden (insbesondere an der Ohmstraße)
  • Backsteinmauerwerk mit gotisierenden Blendbögen,
  • Basaltsockel,
  • Basaltsteinabdeckung

 

Südliches Teilstück entlang dem Zugweg vom Prüfamt südwärts und östliches Teilstück des Bonner Walls (d.h. von Gebäude 70 bis zur Ecke Ohmstraße):

  • Schmiedeeisernes Geländer u.a. mit dem Motiv der Neptungabel
  • Basaltsockel und Basaltsteinpfeiler.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Bauten im Baublock Zugweg, Bonner Wall, Ohmstraße stellen ein größeres Ensemble von technischen Bauten aus den Jahren kurz vor und nach der Jahrhundertwende dar. Sie zeugen vom entwicklungsgeschichtlichen Stand der zentralen Wasser- und Stromversorgung in Köln. Als relativ vollständige Einheit setzen sie einen herausragenden Akzent in der südlichen Kölner Neustadt. Sie dokumentieren den repräsentativen Gestaltungswillen der Erbauer dieses Kölner Erweiterungsgebiets um die mittelalterliche Stadt Köln. Aus kunsthistorischer Sicht zeugen die Bauten vom Wandel der Übernahme von Stilmerkmalen früherer Epochen (vom Klassizismus zur Renaissance, zur Romanik und schließlich Gotik). Am Beispiel dieser Bauten läßt sich zudem die mehr oder weniger bewußte Ableitung der technischen Großbauten vom sakralen und vom Burgenbau deutlich ablesen. Die aufgeführten Bauwerke sind somit unverzichtbare Dokumente der Kölner Baugeschichte.

Referenz: 9698


Das Denkmal hat die Nummer 726 und ist seit dem 6. Juli 1981 geschützt.

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