Wohnhaus

Christian-Schult-Str. 22, 50823 Köln - Ehrenfeld
Errichtet: um 1900


Eckhaus zur Everhardstr.

Architekt: Heinrich Schumm ?

  • drei Geschosse zuzüglich Souterrain
  • fünf Achsen zur Christian-Schult-Straße; zwei Achsen zur Everhardstraße
  • Eckerker
  • Putz- und Stuckfassade 
  • Stil: Historismus

 

 

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus Christian-Schult-Str. 22 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Christian-Schult-Straße liegt in dem kleinen, nordöstlichen Ensemblegebiet Ehrenfelds.

Die Höherzonung gegenüber den Nachbarhäusern entspricht der Geschossigkeit des gegenüber liegenden Eckhauses, was die städtebauliche Betonung der Straßenkreuzungen unterstreicht. Das Wohnhaus besitzt an der Christian-Schult-Straße fünf Achsen, wobei die Achse des von der Straße aus belichteten Treppenhauses nur im Hochparterre mittig liegt, während sie in den Obergeschossen durch das Weglassen des rechten Fensters bei sehr zurückhaltender Stuckierung (wie die übrigen Fenster) von der Wandfläche aufgesaugt wird.

Zur Everhardstraße wiederholen zwei Achsen die eher knappen Stuckdekorationen. Die übrige Fassade ist weitgehend verputzt, es haben sich die reich verzierte Haustüre sowie die Holzfenster mit den originalen, kleinteiligen Sprossenoberlichtern mit teilweise grüner Originalverglasung erhalten.

Während die Fassaden des Gebäudes in ihrer differenzierten Gesamtstruktur fast vollkommen bewahrt blieben, wurde das Innere stärker den modernen Bedürfnissen angepaßt. Die historische Marmortreppe mit Granitpodest und Eisengeländer führt ins Hochparterre, wo die Wohnungsabschlußtüre original verblieb. Über eine Eichentreppe mit verziertem Basispfosten gelangt man in die Obergeschosse, in denen einige originale Türen zu finden sind. Das Dachgeschoß wurde vollständig neu ausgebaut.

Städtebaulich ist das am Ende der Christian-Schult-Straße stehende Haus gleichzeitig der Abschluß des östlichen Blocks der Everhardstraße, der sich - wenngleich mit nicht unerheblichen Eingriffen - doch in relativer Geschlossenheit erhalten hat.

Die auf drei Seiten mit historischen Gebäuden besetzte Ecke erhielt trotz einiger Zerstörungen noch Maßstäblichkeit und Dekorationsfreude der Jahrhundertwende, deren Bauten den Charakter beider Straßen in großer Differenziertheit bestimmen. Dieses in der Fassade sehr vollständig erhaltene und im Inneren sorgfältig restaurierte Gebäude ist im hier noch vorhandenen Ensemblebereich Ehrenfelds unverzichtbar.

Referenz: 2868


Das Denkmal hat die Nummer 724 und ist seit dem 2. Juli 1981 geschützt.

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