Wohnhaus

Aduchtstr. 9, 50668 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1910,


  • vier Geschosse, Souterrain, später ausgebautes Dachgeschoss
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: Neo Klassizismus

 

Fassade

  • Mittelachse besonders betont durch Erker auf rechteckigem Grundriss
  • Fenster erneuert
  • Haustür erneuert
  • Souterrainfenster teilweise original
  • Souterraingitter original

 

Rückseite

verändert und verputzt

Fenster erneuert

Inneres

In Innern original

  • teilweise Stuckdecken in den Wohnungen
  • in einem der Straße zugewandten Raum im Hochparterre: modifizierte Kölner Decke.

 

Bestandteil des Denkmals ist das originale schmiedeeiserne Gitter, das den Garten im Westen einfriedet.

 

Die von Hermann Joseph Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring, heute Theodor-Heuss-Ring  bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen).

Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen aufwändiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Aduchtstraße nordöstlich des Oberlandesgerichts angelegt. In dem ehemals gutbürgerlichen Wohnquartier um das Oberlandesgericht dominieren verhältnismäßig aufwändig gestaltete, repräsentative Mietwohnhäuser, zu denen mindestens im rückwärtigen Bereich ein Garten gehört.

Dementsprechend fügt sich auch das oben genannte Objekt in die Aduchtstraße und den nördlich angrenzenden Neusser Wall ein. Das in Anklängen an den Neo Klassizismus errichtete Wohnhaus mit relativ sparsam verteilten, historisierenden Schmuckmotiven kennzeichnet eine weitgehend symmetrische, klar gegliederte Fassadenkomposition. Erstes und zweites Obergeschoss werden gestalterisch zusammengefaßt und somit zur Hauptpartie der Fassade, die das Repräsentationsbedürfnis des Bürgertums kurz vor dem Ersten Weltkrieg bezeugt.

Das Wohnhaus Aduchtstr. 9, das im Zweiten Weltkrieg relativ stark beschädigt wurde, bewahrt trotz Nachkriegsveränderungen im Innern (z. B. Verlegung des Treppenhauses) und Äußeren (z. B. Dachgeschossausbau) das ursprüngliche Erscheinungsbild der weitgehend geschlossen erhaltenen Bebauung im nördlichen und nordwestlichen Straßenzug. Es ist Bestandteil einer Gebäudegruppe (z. B.: Aduchtstr. 7 - 11, 12 und Neusser Wall 40 - 46), die um 1910/1912 in einer vergleichbaren Formensprache erbaut worden ist und gleichzeitig integraler Bestandteil des Ensembles Neustadt/Nord und somit der überregional bedeutende Stübbenschen Stadterweiterung.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 0077


Das Denkmal hat die Nummer 7229 und ist seit dem 7. Oktober 1994 geschützt.

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