Wohnhaus

Ewaldistr. 24, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1903


  • fünf Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederungen (teilweise fehlend)
  • Stil: Jugendstil

 

Fassade

  • linke Achse besonders betont durch Erker auf trapezförmigem Grundriss
  • zwischen zweitem und dritten Obergeschoss: Wappen mit drei kleinen Kölner Stadtwappen vor fliegenden Bändern
  • Erdgeschoß verändert (Ladeneinbau; Haustür links)
  • Fenster mit stichbogigem Abschluß überwiegend erneuert
  • Haustür mit Oberlicht erneuert

 

Rückseite

  • backsteinsichtig
  • Fenster überwiegend original

 

Inneres

Im Innern original

  • Terrazzoboden (rot-weiß)
  • Terrazzotreppenstufen
  • hölzernes Treppengeländer mit
  • Holzhandlauf
  • Antrittspfosten
  • überwiegend originale Wohnungstüren
  • Deckenstuck in den Wohnungen.


Nicht Bestandteil des Denkmals ist der eingeschossige Anbau im Hof.

 

Die von Hermann Joseph Stübben (1845-1936)geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring, heute Theodor-Heuss-Ring, bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen).

Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Ewaldistraße angelegt.

Das Wohnhaus Ewaldistr. 24 hat den Zweiten Weltkrieg verhältnismäßig unbeschadet überdauert. Es bewahrt mit seiner schlichten baukünstlerischen Gestaltung (trotz Veränderungen), seiner Bauhöhe und Parzellenüberbauung (Art und Ausmaß der Bebauung) das ursprüngliche Erscheinungsbild des Straßenzuges, den eine weitgehend erhaltene gründerzeitliche Bebauung kennzeichnet. Das o. g. Objekt mit seinem moderat vortretenden Erker gehört zu einer Gebäudegruppe (Ewaldistr. 24-30), deren Fassadendisposition und -dekoration (u. a. der Fugenschnitt) darauf hindeuten, von ein und demselben Architekten entworfen und erbaut worden zu sein. Der nordöstliche Straßenzug wird durch die unterschiedliche Anordnung der flachen Erker spannungsreich rhythmisiert. Das u. a. mit drei kleinen Stadtwappen geschmückte Wohnhaus Ewaldistr. 24 ist somit ein wichtiger Bestandteil der oben erwähnten Gebäudegruppe und gleichzeitig ein unverzichtbares baugeschichtliches und städtebauliches Dokument innerhalb des Ensembles Neustadt-Nord.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 3611


Das Denkmal hat die Nummer 7208 und ist seit dem 15. September 1994 geschützt.

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