Geschäftshaus (Kaufhof)

Kalker Hauptstr. 108-122, 51103 Köln - Kalk
Errichtet: 1957/58


Warenhaus der Kaufhof AG

Architekten: Hermann Wunderlich (1899-1981)

  •                Reinhold Klüser (1913-?)

 

 

Aufbau/Fassade

  • drei Geschosse
  • Stahlbetonskelettbau
  • Untergeschoss und Dachaufbau im rückwärtigen Bereich
  • Flachdach
  • straßenseitig schmales Flugdach auf V-förmigen Betonstützen
  • Glas-Aluminium-Vorhängefassade (grüne Brüstungsverglasung; sog. "curtain wall") mit seitlichen Klinkerflächen (gelborange)
  • Erdgeschoss vollständig als Schaufensterfläche verglast mit natursteinverkleidetem Sockel
  • durchgehendes Vordach im Erdgeschoss
  • zwei Haupteingänge mit erneuerten Aluminiumverkleidungen (ursprünglich geriffelt)
  • Eingangstüren erneuert
  • Schaufenster weitgehend original (teilweise in den Seitenbereichen der Fassade verändert)
  • Fenster original
  • in den seitlichen Klinkerflächen
    • rechts Toröffnung mit originalem Tor
    • links Eingang zum Nottreppenhaus mit originaler Tür (daneben neueres Schaufenster, ursprünglich Eingangsbereich zur Kassenhalle eines ehemaligen Kinos, das rückwärtig in zwei Geschossen angrenzte).

 

Rückseite

  • Putzfassade
  • Laderampe aus Beton mit
    • Betonkragdach
    • zwei seitlichen Treppen (mit Metallrohrgeländern)
    • originalen Fenstern im Rampensockel
  • originales Pförtnerhäuschen (Glas-Aluminium-Konstruktion mit verklinkerten Brüstungen)
  • Türen original 
  • Lastenaufzugstüren original (zwei Türen von Osten als Zugang zu den Verkaufsräumen erneuert)
  • Fenster original (im Erdgeschoss rückseitig der Rampe teilweise erneuert)
  • auf dem Hof zwei überdachte Fluchttreppen mit originalen Geländern aus dem unter der Hoffläche ausgebauten Untergeschoss

 

Nicht Bestandteil des Denkmals ist die neuere Überdachung des östlichen rückwärtigen Bereichs.

 

westliche Seitenfassade

  • verputzt
  • Balkone mit originalen Metallgeländern

 

Inneres

Im Inneren original erhalten

  • in allen Geschossen Rundstützen (großenteils später verkleidet)
  • in den Verkaufsräumen im Untergeschoss, Erdgeschoss, erstes und zweites Obergeschoss Bodenbeläge und Rabitzdecken erneuert
  • zwei Kundentreppenanlagen zwischen Untergeschoss, Erdgeschoss und erstem Obergeschoss mit
    • Kunststeinstufen
    • Metallstabgeländern mit Mipolamhandläufen
  • östlich späterer Durchbruch zum zweiten Obergeschoss (ursprünglich kein Verkaufsraum) mit neuer Rolltreppenanlage und nachgebildetem Metallgeländer
  • westliche Rolltreppenanlage zwischen Untergeschoss, Erdgeschoss und erstem Obergeschoss (Fa. Ratgeber)
  • Kunststeintreppen mit Metallstabgeländern und Mipolamhandläufen in allen drei Treppenhäusern
    • östliches Nottreppenhaus
    • zwei rückwärtige Personaltreppenhäuser in der Mitte und westlich
  • Kunststeinfliesenboden
  • alle Etagen- und Zwischentüren erneuert
  • Lastenaufzug erneuert
  • Personenaufzug erneuert
  • runde Oberlichtöffnungen im zweiten Obergeschoss

 

 

Die im Mittelalter nachgewiesene Ansiedlung Kalk entwickelte sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts rasch zu einem Industrievorort, der bei seiner Eingemeindung nach Köln im Jahre 1910 flächendeckend bebaut war. Da Kalk im zweiten Weltkrieg schwerste Zerstörungen erlitt, sind von der ehemaligen gründerzeitlichen Bebauung nur noch geringe Reste erhalten und die Neubauten der Nachkriegszeit heute besonders ortsbildprägend.

Das o. g. Objekt wurde 1957/58 als Warenhaus der Kaufhof AG an der Kalker Hauptstraße errichtet, die als Hauptgeschäftsstraße bereits historische Bedeutung besaß. Planung und Ausführung lagen bei den führenden Architekten der Bauabteilung des Unternehmens, Hermann Wunderlich (1899-1981)und Reinhold Klüser (1913-?), die bereits für das Hauptverwaltungsgebäude und das Warenhaus an der Cäcilienstraße/Hohe Straße verantwortlich zeichneten.

Die Fassade des Stahlbetonskelettbaus, die als vorgehängte Ganzglasfassade mit grünen Brüstungsfeldern in einer Rahmenkonstruktion aus Aluminium das gestalterische Prinzip der beiden erwähnten Vorbildbauten in gleicher technischer Ausführung wiederholt, ist im Vorort Kalk bewußt als "Markenzeichen" des Unternehmens von höchstem Wiedererkennungswert eingesetzt. Die durch klare Linienführung gekennzeichnete, langgestreckte Fassade wird in der Leichtigkeit ihrer optischen Wirkung durch die verschattete Zone unter dem aufgesetzten Flugdach verstärkt. Als wichtiges Werk des für die Nachkriegszeit bedeutenden Architekten Hermann Wunderlich dokumentiert das o. g. Gebäude zugleich eine amerikanisch beeinflußte, zeittypische Architekturrichtung der 50er Jahre. Daher ist die Erhaltung des auf die Anforderungen eines Warenhauses ausgerichteten, funktional gestalteten Baus, dessen originale Substanz im Äußeren wie in der inneren Ausstattung weitestgehend unverändert ist, unbedingt erforderlich.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 5088


Das Denkmal hat die Nummer 7055 und ist seit dem 7. März 1994 geschützt.

Denkmal <Geschäftshaus (Kaufhof)> bearbeiten
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