Wohnhaus

Kleiner Griechenmarkt 26, 50676 Köln - Altstadt-Süd
Errichtet: 1952


 

Bestandteil der aus vier Häusern bestehenden Wohnhauszeile Kleiner Griechenmarkt 20-26 mit gemeinsamer Grünanlage

orig. Gartengestaltung mit

  • Bruchsteinpflasterung
  • Bruchsteintreppen
  • Sandkasten

 Architekt: Hans Schumacher (1891-1982)

 

Linkes äußeres Gebäude

  • drei Geschosse, Sockelgeschoss
  • drei Achsen
  • Putzfassade (neu verputzt; ursprünglich polychromer Spritzputz)

 

traufständig mit Giebelseite zur Kuhlemannstr.

axialsymmetrischer Fassadenaufbau mit

  • mittiger Treppenhausachse
  • betontem Hauseingang
  • original Haustür in Holz
  • umgebende Felder mit Glasbausteinen ausgemauert
  • flach geneigtes, traufseitig überkragendes Satteldach
  • Fenster mit asymmetrischer Gliederung (verändert; ursprünglich farbig abgesetzt)

 

Rückfront

  • drei Achsen; mittlere Achsen mit Loggien, Brüstungselemente leicht vorkippend (verändert; ursprünglich mit Lochornamentik)
  • originale Haustür

 

Inneres

Im Inneren original erhalten

  • Terrazzoplatten im Eingangsbereich und auf den Etagen
  • Terrazzotreppe mit
  • Metallgeländer
  • Holzhandlauf
  • Wohnungstüren
  • Zimmertüren.

 

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, erlangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem neuen städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen.

Die Hauszeile Kleiner Griechenmarkt 20-26, dem o. g. Gebäude als integraler Bestandteil angehört, ist Teil des sog. Griechenmarktviertels, eines innerstädtischen Wohnviertels, das in den 50er Jahren unter Wahrung der wenigen historischen Bausubstanz - 95 % wurde im Krieg zerstört - nach einheitlichen Gesichtspunkten wiederaufgebaut bzw. neu gebaut wurde. Dabei sind die charakteristischen Merkmale des Viertels wie Straßennetz, gemischt gewerbliche Struktur, aufgelockerte Bebauung und Bauhöhe erhalten geblieben und gleichzeitig wurde den modernen Anforderungen des wirtschaftlichen Wohnungsbaues - Bauträger waren in der Hauptsache Genossenschaften - Rechnung getragen.

Die aus vier Häusern bestehende Häuserzeile Kleiner Griechenmarkt 20-26 entstand 1952 im Auftrag der GAG. Im Gegensatz zu der wegen der äußerst sparsamen Bauweise meist sehr schlicht gestalteten übrigen Blockrandbebauung zeichnen sich die von dem Architekten  Hans Schumacher (1891-1982) entworfenen Bauten durch ihre differenzierte Fassadenbehandlung aus:

  • Bei axialsymmetrischem Aufbau wird die Mittelachse jeweils durch einen betont breiten Hauseingang und die versetzt angeordneten Treppenhausfenster unterstrichen. Die großen Wohnungsfenster sind mit asymmetrischer Sprossengliederung versehen.

 

Dekorative Gestaltung auch an der Gartenseite: die leicht vorkippenden Loggienwände wurden hier mit Lochornamentik verziert. Einen besonderen Blickpunkt bildete die Häuserzeile zudem durch ihre polychrome Fassadenansicht, die durch den bei den einzelnen Häusern verschiedenfarbig eingefärbten Spritzputz erreicht wurde. Trotz Verlust der ursprünglichen Farbigkeit sowie der Lochornamentik - diese Veränderungen sind sehr zu bedauern - sind die von dem namhaften Architekten Hans Schumacher (1891-1982) entworfenen Wohnhäuser als qualitätvolle Gebäude der Nachkriegsarchitektur unbedingt erhaltenswert. Die Häuserzeile mit der im Sinne der Gartenarchitektur der 50er Jahre naturnah gestalteten Grünanlage trägt wesentlich zum vielfältig gestalteten zeittypischen Erscheinungsbild des Griechenmarktviertels bei und wird als integraler Bestandteil dieses in den 50er Jahren weitgehend neu bebauten Altstadtbereiches, der als charakteristisches Beispiel für den sorgfältig geplanten Wiederaufbau der Stadt Köln gilt, zum unverzichtbaren Objekt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 1012


Das Denkmal hat die Nummer 6998 und ist seit dem 6. Dezember 1993 geschützt.

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