Wohnhaus

Würzburger Str. 5a, 51103 Köln - Vingst
Errichtet: 1953


Laubenganghaus (eines von neun mit je 24 Wohnungen )

 Architekt: Oswald P. Starck (1924-)

  • drei Geschosse;
  • Putzfassaden

 

Aufbau

  • langgestreckter Zeilenbau mit
  • flach risalitartig vortretendem mittleren Treppenhaus
  • beidseitigen Laubengängen mit spiegelsymmetrisch aufeinander bezogenen Wohnungen
  • bis zur Fluchtlinie vorgezogenen Kopfwohnungen
  • Flachdach mit leichtem Gefälle
  • Laubengangstützen aus Stahlrohr original
  • Brüstungsgitter original
  • Fenster original
  • Hauseingang über vierstufiger Treppe mit Stahlrohrgeländer
  • Haustür und Etagentüren aus Eisen original
  • Wohnungstüren original

 

Rückseite

  • originale Verglasung des mittleren Treppenhauses (Metallrahmen mit Drahtglasfüllungen)
  • originale Wohnungsfenster
  • eiserne Kellertür
  • Treppe mit Stahlrohrgeländer original
  • eiserne Kellerfenster original

 

Inneres

Im Innern original erhalten

  • weitgehend Wohnungsgrundrisse
  • Zimmertüren (z. T. Metallzargen)
  • Fußleisten
  • Treppenhaus mit
  • Betonboden
  • Betontreppe mit Metallgeländer
  • halbhoher Wandanstrich.

 

Das ursprünglich dörfliche Vingst war gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit Ausrichtung auf den industriell sich rasch entwickelnden Nachbarort Kalk zu einem Arbeiterwohnort geworden und wurde mit diesem 1910 nach Köln eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde besonders in den stark beschädigten Industrievororten Kölns genossenschaftlicher Wohnsiedlungsbau in Fortsetzung der Tradition der 20er Jahre betrieben.

Im Rahmen des Entbunkerungsprogramms der Stadt Köln wurde durch die "Grund & Boden GmbH" zu Beginn der 50er Jahre u. a. in Vingst an der Würzburger Straße eine der ersten Siedlungen im sozialen Wohnungsbau erstellt, um einkommensschwachen Bevölkerungsschichten zumutbaren, wenn auch einfachen Wohnstandard zu ermöglichen. Bezeichnend für diese kostengünstige Bebauung ist der Haustyp des Laubenganghauses in mehrgeschossiger Zeilenbauweise mit mittlerem Treppenhaus zur Erschließung einer Vielzahl von Wohnungen, sehr flachem Pultdach und Verwendung robuster Baumaterialien und seriell gefertigter Bauteile.

Entsprechend schlicht ist die Ausstattung sowohl im Äußeren wie im Inneren. Die 30-40 qm kleinen Wohnungen boten andererseits an den Verhältnissen der Entstehungszeit gemessen durchaus Qualitäten, die wohnreformerische Forderungen der 20er Jahre erfüllten. Als da sind

  • abgeschlossene Wohneinheiten
  • eigenes WC
  • Kochgelegenheit
  • Waschgelegenheit
  • Möglichkeit der Querlüftung
  • Austritt ins Freie

 

Darin wie in gestalterischer Hinsicht knüpfen die Laubenganghäuser an Prinzipien des "Neuen Bauens" aus der Vorkriegszeit an. Charakteristisch ist die kubische Grundform der Gebäude, mit symmetrisch strukturierten Fassaden und Betonung der Horizontalen. Bezeichnend für die u. a. von namhaften Architekten entworfenen Häuser ist aber auch eine ausgewogene Proportionalität der Bauglieder und eine sich sparsam im Detail äußernde Differenzierung der einfachen Bauelemente, als da sind

  • Abtreppungen im Profil der
  • Vorderkanten des Daches
  • Laubengangböden
  • flache Abstufungen der Fensterrahmen
  • im unteren Bereich leicht nach außen gestellte Brüstungsgitter der Laubengänge

 

Das o. g. Objekt Würzburger Straße 5a stellt innerhalb des Siedlungskomplexes ein im Originalzustand erhaltenes Gebäude dar, das in seiner einfachen und funktionalen Architektur zum einen seine Entstehungsbedingungen widerspiegelt, zum anderen hinsichtlich seiner bautypischen Gestaltungsform auch von bauhistorischer Bedeutung ist. Als Dokument der städtebaulichen Entwicklung Kölns in der Nachkriegszeit ist es deshalb ein unverzichtbares Denkmal und exemplarisch für die gesamte Siedlung unbedingt zu erhalten.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 1381


Das Denkmal hat die Nummer 6938 und ist seit dem 1. Oktober 1993 geschützt.

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