Portal

Heumarkt 48, 50667 Köln - Altstadt-Nord

Wiederverwendetes Portal (überarbeitet) von 1690 (früher Heumarkt Nr. 24 (ehem. Nr. 30), Haus Fischkarrig), im Stil des flämischen Barock, Werkstein; Rundbogenportal, flankiert von korinthischen Säulen (auf hohen Sockeln); in den Zwickeln bildhauerisches Schmuckwerk (Akanthus und Fische), Wappen (Initialen M. T.) als Schlußstein, verkröpfte Gesimse.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und volkskundliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Martinsviertel, ehemals als "Rheinviertel" bezeichnet, entwickelte sich seit dem 11./12. Jahrhundert zu einem bedeutenden mittelalterlichen Handelsviertel, geprägt von relativ hohen Kaufmannshäusern an engen Gassen um die romanische Kirche Groß St. Martin. Nach starker Kriegszerstörung wurde der Heumarkt, ebenso wie Alter Markt und Teile des Martinsviertels, in den 50er/60er Jahren nach einheitlichen Gesichtspunkten und unter Wahrung der wenigen erhaltenen Bausubstanz als historischer Altstadtbereich wiederaufgebaut bzw. neu erbaut. Wesentliche Merkmale sind die Wahrung der alten Parzellierung und die Errichtung schiefergedeckter "Kölner Dächer".

Integraler Bestandteil der östlichen Häuserzeile am Heumarkt ist das 1964 nach Entwürfen des Architekten Josef Bichler errichtete Haus Nr. 48. Die Tordurchfahrt zum Eisenmarkt betont hier o. g. Portal, welches 1967 in den Neubau einbezogen wurde. Es handelt sich um ein bildhauerisch reich bearbeitetes Rundbogenportal in Werkstein, das ursprünglich von dem 1690 (anhand von Mauerankern) datierten Haus Fischkarrig, Heumarkt 24 (ehem. 30) stammt. Die Art der Ausschmückung, u.a. mit korinthischen Säulen, Akanthus und verkröpften Gesimsen, weist auf flämische Stileinflüsse hin, die die Kölner Architektur und Bildhauerkunst der Zeit nachhaltig geprägt haben. Als Dokument für diese spezifische Ausprägung der Kölner Barockarchitektur aber auch als letztes erhaltenes Relikt eines typischen Altstadthauses wird das heute den Durchgang zum Eisenmarkt, die sog. Faßbindergasse, akzentuierende Portal zum unverzichtbaren Objekt.

Referenz: 1087


Das Denkmal hat die Nummer 6896 und ist seit dem 9. September 1993 geschützt.

Denkmal <Portal> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben