Fabrikgebäude

Mülheimer Freiheit 115, 51063 Köln - Mülheim
Errichtet: um 1890


  • drei Geschosse
  • drei Achsen
  • Backsteinfassade mit Gliederungen

 

Fassade

  • betontes Dachgesims
  • Fenster erneuert in Anlehnung an ursprüngliche Form

 

SW-Seite zum Hof des Nachbarhauses Nr. 113:

  • drei Geschosse, Drempelgeschoß
  • zehn Achsen
  • Backsteinfassade

 

Hauseingang und Fensteröffnungen mit Stichbogenabschluß

Tür erneuert

Fenster z. T. erneuert, z. T. original aus Metall

 

 

Inneres

Im Inneren original erhalten:

  • Treppenanlage aus Holz im mittleren Gebäudebereich. 

 

Der rückwärtige neuere Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Die verkehrsgünstige Lage am Rhein machte Mülheim früh zu einem durch Handel und Gewerbe geprägten Ort, dessen wirtschaftliche Bedeutung seit dem 19. Jahrhundert durch die verstärkte Ansiedlung großindustrieller Betriebe stieg.

Die Straßenbezeichnung Mülheimer Freiheit - ehemals Freiheitstraße - geht auf 1322 durch Graf Adolf VI. von Berg verliehene Freiheitsrechte zurück. Diese älteste Straße Mülheims war im 18. und 19. Jahrhundert zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mittelpunkt der Gewerbestadt geworden; an ihr reihten sich herrschaftliche Häuser, Läden, Kontore, Werkstätten u. a. aneinander.

Das Gebäude Mülheimer Freiheit 115 befand sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz des Tabakfabrikanten Johann Lehmacher, der es im Anschluß an sein benachbartes Wohnhaus Nr. 113 wohl einige Jahre später als Fabrikationsgebäude errichten ließ. Der Tabakhandel hatte bereits seit dem 17. Jahrhundert Tradition in Mülheim. Im Kontrast zum repräsentativen Wohnhaus hebt sich der Backsteinbau trotz seiner z. T. aufwendigen Dekorationsformen an der Fassade als charakteristisches Gebäude für Produktionszwecke ab. Es dokumentiert als eines der wenigen von Kriegszerstörungen verschonten Häuser nicht nur die historische Bebauungsphase der Mülheimer Freiheit am Ende des 19. Jahrhunderts, sondern mit seiner Lage im alten Ortskern insbesondere auch die damals sich vom Kleingewerbe auf die Großindustrie an der Peripherie sich allmählich verlagernde wirtschaftliche Entwicklung Mülheims und ist deshalb als ortsgeschichtliches Denkmal unverzichtbar.

Referenz: 6512


Das Denkmal hat die Nummer 6887 und ist seit dem 20. August 1993 geschützt.

Denkmal <Fabrikgebäude> bearbeiten
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