Wohn- und Geschäftshaus

Lintgasse 10-12, 50667 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: 1939 inschriftlich datiert (Maueranker); Wiederaufbau 1964


 

 Architekt: (Wiederaufbau 1964) Peter Prevoo (1886-1967)

Wiederaufbau des teilzerstörten Gebäudes in der alten Form

  •  vier Geschosse
  • vier  Achsen
  • Putzfassade mit Werksteingliederungen (Sockel und Rahmung von Tür- und Fensteröffnungen)

 

Fassade (Lintgasse)

  • im Erdgeschoss Öffnungen mit Stichbogenabschluß
  • Tordurchfahrt zum Ostermannplatz (neueres kunstgeschmiedetes Tor)
  • zwei Ladenlokale
  • Hauseingang (spätere Haustür)
  • vier Walmdächer (schiefergedeckt)
  • Fenster mit Sprossengliederung

 

Fassade(Ostermannplatz)

  • vier Achsen
  • Walmdach (schiefergedeckt) mit Gauben
  • Maueranker (Initialen PF)

 

Nicht Bestandteil des Denkmals sind der eingeschossige Pavillon und der Flügelbau (Anbauten der 70er Jahre)


Inneres

  • im Eingangsbereich Terrazzoboden
  • Terrazzotreppe (Ausstattung der 60er Jahre) mit
  • Metallgeländer
  • Mipolamhandlauf .

 

 

Das Martinsviertel, ehemals als "Rheinviertel" bezeichnet, entwickelte sich seit dem 11./12. Jahrhundert zu einem bedeutenden mittelalterlichen Handelsviertel, geprägt von relativ hohen Kaufmannshäusern an engen Gassen und Marktflächen um die romanische Kirche Groß St. Martin.

Die Lintgasse - der Name geht auf die aus Lindenbast geflochtenen Fischkörbe und Seile, die hier noch zu Anfang des Jahrhunderts gehandelt wurden, zurück - verbindet den Alter Markt mit Fischmarkt und Frankenwerft.

O. g. Objekt entstand 1939 im Rahmen der schon vor 1930 geplanten und in den 30er Jahren durchgeführten Sanierung des Martinsviertels ("Altstadtgesundung"). Die architektonische Gestaltung des Hauses orientiert sich mit Putzfassade, den Werksteinrahmungen von Fenstern und Türen, dem Stichbogenabschluß der Öffnungen und den schiefergedeckten Walmdächern an der in diesem Kölner Altstadtbereich ursprünglichen Bebauung. Um die äußere Form dem hier üblichen kleinteiligen Maßstab anzupassen, wurde die Fassade axial in vier Teile gegliedert und diese jeweils einzeln überdacht.

Das o. g. Objekt veranschaulicht die Altstadtsanierung der 30er Jahre mit ihrer charakteristischen Architekturauffassung und ist darüber hinaus als integraler Bestandteil des Ensemblebereichs Martinsviertel unbedingt erhaltenswert. Mit seinen zwei Ansichtsseiten und der Tordurchfahrt zum in den 30er Jahren neu geschaffenen Ostermannplatz erfüllt es zudem eine wichtige städtebauliche Funktion.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 1251


Das Denkmal hat die Nummer 6886 und ist seit dem 20. August 1993 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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