Wohnhaus (ehem. Wohn- und Geschäftshaus)

Aquinostr. 23, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1896


  • vier Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoss, rückwärtiges Seitenhaus
  • drei Achsen
  • Backsteinfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: Historismus mit Anklängen an
  • Neo Romanik
  • Neo Renaissance
  • Neo Klassizismus

Fassade

  • im Sockelgeschoß (Souterrain und Hochparterre) Stuck mit Fugenschnitt
  • rechte Achse hervorgehoben durch
  • Wandvorlage in den Obergeschossen
  • Giebel (verändert: ursprünglich mit Zieraufsatz)
  • ehemaliges Ladenlokal im Souterrain geschlossen
  • neue Haustüren
  • neue Fenster (Oberlichter geschlossen).
  • Satteldach, ehem. Gaube entfernt)

 

Rückseite

  • Rückfront mit Seitenhaus:
  • Backstein (teilweise geschlämmt)
  • Treppenhausfenster mit Glasbausteinen

 

Inneres

Im Innern original erhalten:

  • im Eingangsbereich
  • inkrustierter Terrazzoboden
  • Reste von Deckenstuck
  • Terrazzotreppe (mit Linoleum bedeckt) mit
  • Metallgeländer
  • Holzhandlauf
  • ab erstem Obergeschoss gedrechseltes Holzgeländer mit Antrittspfosten.

 

Die von Hermann-Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser Str. und Krefelder Str. (Neustadt-Nord), das sogenannte "Dreikönigsviertel" als Arbeiterviertel mit Häusern von eher schlichter Fassadengestaltung.

Die Aquinostraße - vom Sudermanplatz zur Krefelder Str. (Neustadt-Nord) verlaufend - wurde in den Jahren 1896-1902 bebaut. Das Haus Nr. 23 ist integraler Bestandteil des einseitig noch in weiten Teilen erhaltenen Straßenzuges.

Stilistisch bildet das ehem. Wohn- und Geschäftshaus ein Ensemble mit den Nachbarhäusern Nr. 21 sowie 25 und 27: Die nur drei Achsen breiten Straßenfronten sind teilweise in Anklängen an die Neo Gotik gestaltet.

Innerhalb des Straßenensembles hebt sich o. g. Objekt durch den Materialwechsel zwischen Backstein und Stuck sowie die einachsige Übergiebelung - ursprünglich noch mit Zieraufsatz - hervor. Sparsame Gliederungs- und Dekorationselemente tragen darüber hinaus zum abwechslungsreich gestalteten Erscheinungsbild des o. g. Objektes bei.

Als Hinweis auf die architektonische und sozialgeschichtliche Entwicklung sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt dieses Kölner Neustadt-Viertels, besonders auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble, wird das obige Gebäude zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 1362


Das Denkmal hat die Nummer 6871 und ist seit dem 28. Juni 1993 geschützt.

Denkmal <Wohnhaus (ehem. Wohn- und Geschäftshaus)> bearbeiten
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