Büro- und Verwaltungsgebäude

Von-Werth-Str. 14, 50670 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: 1949-51


Teil einer einheitlich konzipierten Blockbebauung (sog. Mittelbau der Gerling-Verwaltungsbauten

Architekt: Kurt Groote (1901-1953)

  • drei Geschosse
  • zehn Achsen
  • Natursteinfassade (Muschelkalk)

 

Aufbau/Fassade

  • in der Flucht zurückliegendes Gebäude mit
  • Flachdach
  • markant vorspringendem Hauptgesims
  • pavillonartigen Eingangsvorbauten in der rechten und linken Achse
  • etwas zurückspringendes zweites Obergeschoss mit
  • davorliegender Pfeilerstellung
  • mit bildhauerischem Schmuck (Tierkreis-Reliefs von  Willy Hoselmann (1890-1978))
  • kleinteilig gegliederte Fenster original (bis auf diejenigen im zweiten Obergeschoss mit originalem Gitterschutz)
  • Eingänge
  • zentrales Eingangsportal mit der Treppe
  • im Bereich der pavillonartigen Vorbauten
  • weitgehend original mit
  • Natursteinboden
  • Gitter
  • Türen -

Rückseite

  • fassadenbreiter loggiaartiger Umgang im zweiten Obergeschoss mit
  • orig. Brüstungsgitter (zwischen der Pfeilerstellung angebracht)
  • Balkone mit orig. Brüstungsgitter im erstenObergeschoss
  • Fassade mit
  • Natursteinverblendung (Muschelkalk)
  • bildhauerischem Schmuck (zentral über dem Erdgeschoß angebrachte Löwengruppe mit Gedenktafel von Willi Hoselmann)
  • erhöhte Terrasse mit an der Hausfassade anschließendem Brunnen ("Vater Rhein") (Entwurf Arno Breker)
  • Fenster und Türen weitgehend original

 

Inneres

Im Innern ist von denkmalpflegerischer Relevanz

  • in den beiden seitlichen Verbindungshallen (Erdgeschoss)
  • Bodenbelag mit Naturstein
  • kürzere Treppen (am Eingang von Nord- bzw. Südflügel)
  • Werksteinverkleidung der Wände
  • Fenster der Pförtnerlogen
  • Türen (am Nord- bzw. Südflügel)
  • in der durchgehenden Halle mit
  • zentraler, oben verglaster Öffnung in Form eines Oktogons
  • den seitlich anschließenden Fluren bzw. im Haupttreppenhaus
  • überwiegend neuroter Marmorboden mit hellen Einlagen
  • kürzere Marmortreppe zum Südflügel mit flankierenden Löwenfiguren
  • portalartig gestalteter zweigeschossiger Eingangsbereich mit
  • Natursteineinfassung
  • oberer rundbogenförmiger Fensteröffnung
  • davor angebrachtem Brüstungsgitter
  • Tür
  • insgesamt weitgehend Türen (meist mit Natursteinrahmung)
  • größtenteils Stuckprofilierung der Wände und Stützen
  • Deckenstuck (im EG teilweise Kassettendecken)
  • Haupttreppe mit
  • neurotem Marmorbelag
  • Messinggeländer
  • Antrittspfosten (mit Lampe als oberem Abschluß)
  • Stuckprofilierung an der Treppenunterseite
  • in Höhe des ersten Obergeschosses Eichenrelief "Opfertod" (hl. Sebastian) (Entwurf Arno Breker)
  • Messinggeländer an der zentralen oktogonförmigen Öffnung sowie teilweise zwischen den Stützen,
  • weitgehend Wand- und Deckenlampen
  • im Sitzungszimmer (Erdgeschoss)
  • Parkettboden
  • Vertäfelung der Wand mit Holzpaneelen (teilweise)
  • dazwischen Stoffbespannung (Seide)
  • weitgehend Türen
  • ein langer Tisch mit Bestuhlung
  • ein Schreibtisch
  • Wandleuchter
  • im Flur der Kasinos
  • Bodenbelag mit hellem Marmor
  • marmorumkleidete Stützen
  • Stuckprofilierungen an Wand und Decke
  • Türen
  • im sog. Gästeraum
  • holzverkleidete Stützen
  • Holzvertäfelung
  • Stuck an Wand und Decke
  • weitgehend Türen und Wandlampen
  • im sog. Spiegelzimmer
  • holzgerahmter Spiegel
  • darunter befindliche Werksteinverblendung
  • teilweise Holzvertäfelung der Wand
  • größtenteils Türen
  • Wandlampen
  • Stuckkassettendecke
  • im sog. mittleren Speisezimmer
  • Parkettboden
  • teilweise Holzvertäfelung der Wand
  • Türen mit darüber befindlichem colorierten Wandstuck
  • sparsamer Deckenstuck
  • im sog. Kaminzimmer
  • Parkettboden
  • Kamin (Werkstein)
  • Wandvertäfelung mit Holz
  • Türen
  • Stuckkassettendecke
  • im sog. Vorstandskasino
  • teilweise Vertäfelung der Wand mit Holzpaneelen
  • dazwischen angebrachte Stoffbespannung
  • Wandlampen
  • Deckenstuck
  • in sämtlichen Speisezimmern
  • weitgehend Tische und Stühle bzw. Sessel
  • sonstige Räume
  • weitgehend mit sparsamen Stuckprofilierungen an Wand und Decke
  • weitgehend Türen
  • Lampen
  • Treppe Kasino ins DG (in die ehemalige Küche)mit
  • Marmorbelag
  • Metallgeländer 


Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtig gelegene parkartige Garten mit der Plastik "Der Sitzende" von Arno Breker.

 

Ausgehend vom Palais Gottlieb von Langen, einer 1882 von Hermann Pflaume (d.Ä.)(1830-1901) an der von-Werth-Straße erbauten Villa im Stil der Neurenaissance, entstand hier, im Gereonsviertel der Kölner Altstadt, der architektonisch und städtebaulich einheitlich durchgeformte homogene Bautenkomplex des Gerling-Konzerns. Wurden bereits in den 30er Jahren zwei Erweiterungsflügel in direktem Anschluß an das 1920 vom Konzern erworbene Palais errichtet, erfolgte der entscheidende Ausbau mit Schwerpunkt am Gereonshof vor allem während der 50er Jahre, die als erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges und inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit erlangen.

Das o. g. Objekt wurde 1949-51 nach Plänen des Architekten Kurt Groote (1901-1953) anstelle des kriegszerstörten und abgebrochenen von-Langen'schen Palais erbaut. Das wie der Vorgängerbau bewußt von der Baufluchtlinie zurückgesetzte neue Gebäude, ehemals Sitz der Zentralverwaltung aller Gerling-Gesellschaften, nimmt in seiner architektonischen Gestaltung offensichtlich Bezug auf die beiden erhalten gebliebenen, seitlich angrenzenden Erweiterungsbauten aus den 30er Jahren, für die ihrerseits wiederum das alte Palais maßgeblich war. Die Auflösung des obersten Geschosses in eine Pfeilerstellung erscheint wie die Weiterführung und Vergrößerung der Fensterbänder der Bauten von Bruno Paul (1874-1968). Durch diese vor allem hier deutliche Erhöhung und Monumentalisierung bekommt das o. g. Objekt, der sog. Mittelbau, die schon aus Repräsentationsgründen beabsichtigte Dominanz.

Um die Bedeutung des Bauwerks darüber hinaus zu unterstreichen, sind die allseitig mit Naturstein verblendeten Fassaden reich mit bildhauerischem Schmuck, etwa den Tierkreis-Reliefs von  Willy Hoselmann (1890-1978) an der Straßenseite, ausgestattet worden.

Im ebenfalls sehr repräsentativ gestalteten Innern erstreckt sich eine zentrale, durch eine verglaste Dachfläche belichtete Halle in Form eines Oktogons über alle Stockwerke. An der aufwendigen Innengestaltung, bei der kostbare Materialien verwendet wurden, war vor allem Arno Breker maßgeblich beteiligt.

Das o. g. Gebäude ist somit als besonders qualitätvolles Zeugnis der frühen Nachkriegsarchitektur unbedingt erhaltenswert. Es veranschaulicht dabei eine weiterbestehende, vom Bank- und Versicherungswesen favorisierte klassizistisch-konservative Architekturauffassung, wobei schon durch die gewählten Materialien, etwa Werkstein, ein Eindruck von Solidität und Stabilität hervorgerufen werden soll. Auch als integraler Bestandteil eines in Köln einzigartigen Bürogebäudekomplexes, mit dem zentralen Merkmal einer axialen Ausrichtung der Baukörper bei Wahrung der stilistischen Kontinuität, wird obiges Objekt zum unverzichtbaren Dokument.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 1044


Das Denkmal hat die Nummer 6868 und ist seit dem 14. Juni 1993 geschützt.

Denkmal <Büro- und Verwaltungsgebäude> bearbeiten
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