Geschäftshaus

Schildergasse 113-117, 50667 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: 1914/15 inschriftlich datiert


 

ehemals Haus Hindenburg (heute Seidenhaus Schmitz)

Eckgebäude zum Neumarkt; erbaut 

Architekt: Hermann Pflaume (d.J.) (1869-1921)

  • vier Geschosse, ausgebautes Mansarddach
  • sechs Achsen zur Schildergasse
  • drei Achsen zum Neumarkt
  • Werksteinfassade mit Gliederungen
  • Stil: Neo Klassizismus

 

Fassade

  • Erdgeschoss verändert
  • Hausmadonna (19. Jahrhundert) an der Ecke zum Neumarkt
  • ausgebautes Mansarddach(teilweise verändert), beidseitig jeweils mit breitem Zwerchhaus
  • Fenster ab dem zweiten Obergeschoss teilweise original, sonst verändert
  • Fenster im ersten Obergeschoss ursprünglich erkerartig vortretend und mit davor angebrachtem umlaufenden Metallgeländer
  • Türen verändert

 

Inneres weitgehend verändert.

 

Die Schildergasse, die namentlich auf die einst hier ansässigen Kunst- und Wappenschildmaler zurückgeht, bildet heute mit der Hohe Str. den rechten Winkel der Kölner Hauptgeschäftsstraßen. Im Zusammenhang mit zwei vor dem ersten Weltkrieg erfolgten Straßendurchbrüchen (Zeppelinstr. und Gürzenichstr.) und der damit verbundenen Bautätigkeit, entstanden auch an der zwischen den beiden Straßen gelegenen Schildergasse einige bedeutende Gebäude.

So wurde hier auf dem Eckgrundstück zum Neumarkt - das o. g. Objekt als Kaffeehaus (ehemals Haus Hindenburg) nach Plänen von Hermann Pflaume (d.J.) (1869-1921) errichtet. Trotz des verhältnismäßig beschränkten Bauplatzes, ist hier - bei geschickter Grundrißlösung - dennoch ein sehr wirkungsvolles repräsentatives Bauwerk entstanden. Dabei sind die weitgehend in der Art von Bossenmauerwerk gequaderten Werksteinfassaden durch kräftige Gesimse

  • - im dritten Obergeschoss mit aufgesetzter umlaufender Balustrade

und die bänderartige Reihung der Fenster

  • -vor allem im 3. OG und bei den Zwerchhäusern

                                                                     besonders in der Horizontale betont worden.

Das durch die Pilastergliederung und das abschließende, eigens verdachte Gesims stärker hervorgehobene erste Obergeschoss lässt noch heute erkennbar werden, dass hier ursprünglich die Räumlichkeiten des Cafés untergebracht waren.

Das an einer der wichtigsten Ecken der Stadt gelegene o. g. Objekt, das überdies maßgeblich das Erscheinungsbild der Neumarkt-Ostseite prägt, ist somit, auch als integraler Bestandteil eines mit der Nachbarbebauung gebildeten Ensembles, unbedingt erhaltenswert. Darüber hinaus ist es als Werk des Architekten H. Pflaume jr., der ein Jahr zuvor den nahegelegenen Olivandenhof vollendete, ein unverzichtbares Dokument der Architekturentwicklung in Köln zu Beginn dieses Jahrhunderts.

 

Referenz: 1239


Das Denkmal hat die Nummer 6779 und ist seit dem 13. April 1993 geschützt.

Denkmal <Geschäftshaus> bearbeiten
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