Hofanlage (Sinnersdorfer Mühle)

Chorbuschstr., 50765 Köln - Esch/Auweiler
Errichtet: Mitte 19. Jahrhundert


Dreiseitig geschlossene Hofanlage.

Südflügel:

Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude:

  • zwei Geschosse
  • acht Achsen (die 3 östlichen Achsen zum Wirtschaftsgebäude gehörig)
  • Backsteinfassade

 

  • traufständig
  • an der Chorbuschstraße gelegen
  • geringfügig erhöhtes Satteldach (Welleterniteindeckung, urspr. Schopfwalmdach)

 

Fassade(Strassenfront)

  • durch Wandvorlagen in der dritten und sechsten Achse gleichmäßig gegliedert
  • Sohlbänke in Werkstein
  • im Erdgeschoss historische Fenstervergitterungen
  • Haustür des Wohnhauses verändert
  • alle Fenster der Gebäudefront verändert
  • neue Schlagläden
  • historische Holztür im Wirtschaftsgebäude

 

Rückseite

  • Backsteinfassade
  • im Wohnhaus
  • Fenster verändert
  • Sohlbänke verputzt
  • im Wirtschaftsgebäude drei Türöffnungen mit
  • Segmentbogen
  • alten Holztüren

Westliche Giebelfront

  • backsteinsichtig
  • Giebeldreieck mit Welleternit verblendet
  • hier auch eine Fensteröffnung
  • Sohlbänke in Werkstein
  • im Erdgeschoss historische Fenstervergitterungen
  • Fenster verändert.

 

Im Innern original erhalten: Gewölbekeller.


Schuppen

  • ein Geschoss
  • Backsteingebäude auf winkelförmigem Grundriß, östlich an das Wirtschaftsgebäude angrenzend
  • nachträglich erhöhtes Satteldach mit Welleterniteindeckung
  • straßenseitig keine Wandöffnungen

 

Rückseite

  • zurückspringender westlicher Gebäudeteil
  • davor überdachter Unterstand
  • Türöffnungen
  • Fensteröffnungen
  • alte Holztüren

 

Östliche Giebelfront

  • backsteinsichtig
  • Giebeldreieck mit Welleternit verblendet
  • Türöffnungen
  • kleine Fensteröffnungen.


Westflügel

  • ehemaliges Wirtschaftsgebäude und überdachter Durchgang zur westlich gelegenen Weide
  • eingeschossiger Gebäudetrakt (am Wohnhaus mit Vorsprung)
  • neues Satteldach
  • im nördlichen Abschnitt Pultdach mit Welleterniteindeckung
  • hofwärts neue Putzfassade
  • Fensteröffnungen
  • Türöffnungen

 

Rückseite

  • backsteinsichtig
  • im südlichen Abschnitt neue Fenster mit Werksteinsohlbänken
  • im o. g. Durchgang Türöffnung mit altem Holztor
  • nördlicher Gebäudeteil mit kleinen halbrunden Fensteröffnungen
  • Traufe des neugedeckten Gebäudeteils verschiefert
  • Inneres erneuert.

 

Nordflügel

Scheune

  • langgestrecktes hohes Gebäude
  • Backsteinfassade
  • Satteldach mit Welleterniteindeckung
  • zwei große Toreinfahrten (mit alten Schiebetüren in Holz)
  • vereinzelte Fensteröffnungen
  • Türöffnungen mit
  • Segmentbogen
  • alten Holztüren
  • eingemauerter Segmentbogen einer ehemaligen Toröffnung

 

Rückseite

  • backsteinsichtig
  • Türöffnungen mit Holztüren
  • ein Fenster mit Segmentbogen

 

Inneres

Im Innern erhalten

  • Holzbalkendecke
  • Eisenstützen

 

Zum Denkmal gehört auch

  • die westlich der Hofanlage, eine Weide dreiseitig umgebende Backsteinmauer
  • die Backsteinmauer (teilweise erneuert)
  • entlang der Chorbuschstraße
  • an der östlichen Grundstücksgrenze.

 

Nicht zum Denkmal gehört die östlich etwas abseits gelegene Remise.

 

An der Straße von Sinnersdorf nach Esch, etwa in der Mitte zwischen den beiden Orten liegt die Sinnersdorfer Mühle, welche sich nach der kommunalen Neuordnung im Jahre 1975 auf dem Gebiet der Stadt Köln befindet.

Erste Hinweise zu dieser Mühle finden sich in einer Urkunde vom 22. Januar 1817. Danach beantragte der Müller Benjamin Cuerten aus Grefrath eine Verlängerung bis zum 23. März der ihm am 23. Januar 1816 erteilten Genehmigung für die Errichtung einer Windmühle in Sinnersdorf. Seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Mühle mit einer Dampfmaschine betrieben. Die Mahleinrichtung mit ihren Mahlsteinen, ihrem Räderwerk und Gestänge bestand noch etwa 1911.

Erhalten blieb der dreiseitig geschlossene Gutshof der Mühle mit

  • dem Wohnhaus
  • dem Wirtschaftsgebäude (mit Gesindewohnungen?)
  • Stallungen
  • Schuppen
  • Scheune

 

Die Sinnersdorfer Mühle gehörte zum Typ der Turmwindmühle, einer Mühlenform, die im linksrheinischen Kölner Stadtgebiet gehäuft entlang der mittelalterlichen Stadtmauer errichtet wurde

Zum Beispiel

  • Bottmühle
  • Gereonsmühle
  • Ulrepforte

 

Im Kölner Norden gab es bis auf die Fühlinger- und Sinnersdorfer Mühle keine weiteren Mühlenbetriebe, so dass der Sinnersdorfer Mühle ein besonderer Seltenheitswert zukommt, zumal von der Fühlinger Mühle nichts mehr erhalten blieb. Als eines der Zeugnisse der Kölner Mühlen, aber auch als Bestandteil der linksrheinischen Mühlenlandschaft zwischen Kranenburg, Aachen und Bonn ist die Sinnersdorfer Mühle unbedingt zu erhalten.

Bauhistorisch erhaltenswert ist der Wirtschaftshof darüber hinaus als qualitätvolles Zeugnis ländlicher Bauweise im 19. Jahrhundert. Auffallend ist dabei die rhythmische Gliederung der Vorderfassade des Wohnhauses, die sich an der Front des angrenzenden Wirtschaftsgebäudes fortsetzt und so die Betonung der Straßenfront als repräsentative Schauseite dokumentiert. Hervorzuheben ist auch die Größe des Scheunengebäudes, das ungewöhnlich schräg ausgerichtet ist und die besondere, fast dreieckige Form des Hofes herbeiführt.

Städtebaulich hat sich bis heute die abgeschiedene Lage des Mühlenbetriebes inmitten der Felder zwischen Esch und Sinnersdorf bewahrt, so daß das historische Bild dieser Kulturlandschaft vor allem auch im Zusammenhang mit den weitgehend erhaltenen Dorfstrukturen von Esch und Sinnersdorf noch nachvollziehbar ist.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 1226


Das Denkmal hat die Nummer 6734 und ist seit dem 16. Februar 1993 geschützt.

Denkmal <Hofanlage (Sinnersdorfer Mühle)> bearbeiten
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