Teil eines Wohn- und Geschäftshauses - nur Cafe

Obenmarspforten 7-11, 50667 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: 1950/51/um 1964 Erweiterung


Cafe Jansen

Architekten: Johannes Herkenrath (?-?)

  •                Wilhelm Koep (1905-1999) Erweiterung

 

Aufbau des Innenraumes

Café-Raum auf kreisförmigem Grundriß mit zentraler Rabitzkuppel, im nördlichen Bereich mit anschließendem stilgerechten Erweiterungsraum.

Denkmalpflegerisch relevant sind folgende Bestandteile der Innenausstattung und -gestaltung:

  • Stoffbespannung der Wände (weitgehend auch mit Schabracke)
  • Holzkehle (am oberen Abschluß)
  • rundbogenförmige Wandnische
  • Türöffnung (jetzt Garderobe)
  • zum Teil säulenartig gestaltete Rundstützen
  • zentraler kreisförmiger Deckenausschnitt (in Anlehnung an eine Kuppel) mit einer Holzkehle als Einfassung und neuerer Ausmalung durch Klaus Singhoff
  • den Raummittelpunkt akzentuierende dekorative Messingziergitter (ehemals eine Vase umschließend),
  • seitlich angebrachte Garderoben (Messing)
  • Beleuchtungskörper hinter den Holzkehlen
  • dekorative Wandleuchter aus Glas (stilisierte Blumen) auf der wandabschließenden Kehle
  • Bestuhlung (Polstersessel, Sofas)
  • Tische (Holz)
  • Treppe mit
  • Belag aus Solnhofener Platten
  • mit dekorativem Metallgeländer (Messinghandlauf).

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen ist, als auch künstlerische und wissenschaftliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges, gelangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet.

Das o. g. Objekt entstand 1950/51 - im Rahmen des Wiederaufbaus vom Wohn- und Geschäftshaus Jansen - nach Plänen des Architekten Johannes Herkenrath. Innerhalb der Bauaufgabe Café ist es durch seine zeittypische und gleichzeitig in Köln einzigartige Innenraumgestaltung als besonders qualitätvolles Zeugnis der frühen Nachkriegszeit ausgewiesen. Dabei kommt sowohl ein klassisch-traditionelles als auch ein verspielt-dekoratives Formen- und Gestaltungsrepertoire zur Anwendung.

Bestimmend für den Raumeindruck ist die Tatsache, daß der Hauptraum - gleichsam als Zylinder - auf kreisförmigem Grundriß ausgebildet wurde. Dieses Kreismotiv wiederholt sich im zentralen, in Anlehnung an eine Kuppel gestalteten Deckenausschnitt, der heute eine neuere Ausmalung des Kölner Künstlers Klaus Singhoff aufweist. Analog dazu wird der Mittelpunkt des Café-Raums durch dekorative Messingziergitter, die einst eine Vase umschlossen, akzentuiert. Hinter den Holzkehlen angebrachte Beleuchtungskörper sorgen nicht nur für indirektes Licht, sondern bringen gleichzeitig die Kreisformen wirkungsvoll zur Geltung.

Das o. g. Objekt, das um 1964 durch den Architekten Koep stilgerecht erweitert wurde, ist somit unbedingt erhaltenswert. Trotz einiger Veränderungen ist die einstige Gestaltung, die dem o. g. Objekt die Gediegenheit und Eleganz älterer Kaffeehäuser verleiht, noch deutlich ablesbar. Auch im Hinblick hierauf wird das vor allem gehobenen Ansprüchen genügende o. g. Objekt, dessen Charme insbesondere von der außergewöhnlichen Konzeption eines zentralen arenaartigen Raumes ausgeht, zum unverzichtbaren Dokument für eine Innenraumgestaltung der 50er Jahre.

Referenz: 0270


Das Denkmal hat die Nummer 6725 und ist seit dem 22. Januar 1993 geschützt.

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