Brunnen Treuer Husar

Grüner Brunnenweg, 50827 Köln - Bickendorf
Errichtet: 1928


Bildhauer: Willy Meller (1887-1974)

  • grüner Kunststein
  • halbhohes Becken in der Form eines viereckigen Troges
  • darüber hochrechteckiger Pfeiler
  • bekrönende Figur eines sitzenden Ziehharmonikaspielers
  • urspr. aus Kunststein, Abguß nach dem Original in Muschelkalk von Siegfried Dunkel, 1976
  • niedrige Bank an der nördlichen Schmalseite des Troges angefügt und um die Ecken der östlichen Bassinseite herumgeführt
  • an der Oberkante der südlichen Trogseite Abflußrinne
  • darunter sehr flaches halbrundes Becken (dem Trog vorgelagert)
  • bezeichnet auf der Befestigungsplatte des Laufrohres: "Errichtet 1928 v. d. G.A.G. f. Wohnungsbau, Köln."

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Im Zusammenhang mit der Erbauung der Wohnsiedlungen Bickendorf I und II in den Jahren 1913-25 stiftete die Bauherrin, die Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG), den Brunnen "Treuer Husar", den sie 1928 am Grünen Brunnenweg, der Nahtstelle der beiden Siedlungen, aufstellen ließ.

Es handelt sich um ein Becken in der Form eines viereckigen Troges, über den sich ein Pfeiler mit der Figur eines sitzenden Ziehharmonikaspielers erhebt. Die als "Treuer Husar" bezeichnete Figur ist die Symbolfigur des lebenslustigen Bickendorfers, um die sich alljährlich an Weiberfastnacht die Bickendorfer zur Eröffnung des Karnevals treffen. Der Brunnen ist somit ein wichtiger Bestandteil der Bickendorfer Ortsgeschichte und des örtlichen Brauchtums.

Künstlerisch bedeutend ist die Figur des Treuen Husaren als ein Werk des bekannten Kölner Bildhauers Willy Meller, der seit den 20er bis in die 50er Jahre vor allem für den Architekten Clemens Klotz (1886-1969) gearbeitet und bei Siedlungen, Geschäfts- und Privathäusern, aber auch bei den Großobjekten des Dritten Reiches mitgewirkt hat. Plastiken von Meller finden sich auch an Bauten von Paul Bonatz (1877-1956) und in anderen Siedlungen der GAG, wie dem Grünen Hof.

Kunstwissenschaftlich handelt es sich bei der Brunnenanlage um den Typus des Stockbrunnens, der ursprünglichen und einfachsten Form des Nutzbrunnens. Er ist charakterisiert durch einen im Sammeltrog aufrecht stehenden Brunnenstock, der mit seitlichen Abflußstellen versehen ist; der kurze, ornamentierte Pfeiler bildet den Sockel für die Bekrönungsfiguren.

Der Rückgriff auf diese alte schlichte Brunnenform mit einer volkstümlichen Figur ergibt sich hier vor allem durch die Zugehörigkeit zur Siedlung Bickendorf I, in der Elemente der mittelalterlichen Stadtarchitektur entlehnt wurden und die obige Brunnenform eine stilistisch passende Ergänzung zur Siedlung darstellt.

Städtebaulich wichtig ist der Brunnen als Mittelpunkt einer platzartigen baumbestandenen Straßenerweiterung im Bereich der Kreuzung Grüner Brunnenweg/Am Rosengarten. Der Platz durchbricht hier den eher die beiden Siedlungen trennenden Charakter des Grünen Brunnenweges und ist mit dem Brunnen und der Sitzbank als kommunikatives Element im Siedlungsbereich gedacht.

Referenz: 1016


Das Denkmal hat die Nummer 6701 und ist seit dem 1. Dezember 1992 geschützt.

Denkmal <Brunnen Treuer Husar> bearbeiten
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