Wohn- und Geschäftshaus

Engelbertstr. 39, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1890


  • vier Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss
  • vier Achsen,
  • Backsteinfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassade

  • flache Wandvorlage
  • Tordurchfahrt in der linken Achse
  • Dach mit später hinzu-gefügter breiter Gaube
  • Erdgeschoss verändert
  • Fenster verändert
  • ältere Haustür aus Holz

 

Nicht Bestandteil des Denkmals sind die eingeschossigen Gebäude im Hinterhof (Garagen).

Nicht mehr Bestandteil des Denkmals sind

  • die rückwärtige Fassade des Gebäudes
  • der seitliche Anbau
  • das Innere des Gebäudes

Sie sind durch Sanierungen und Umbauten grundlegend verändert worden.

 

Der Denkmalwert bezieht sich daher nur noch auf die Straßenfassade und das Satteldach des Vorderhauses.

 

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringe, zwischen Gladbacher Str. und Zülpicher Str. das sog. „Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel, meist mit vornehmen Miets-häusern von reicher Fassadengestaltung.

Die Engelbertstraße, vor der Stadterweiterung Trasse der Eisenbahn, wurde im wesentlichen um 1890-95 bebaut.

Das Haus Nr. 39 ist in diesem Abschnitt der Engelbertstraße zwischen Mozartstr. (Neustadt-Süd) und Lindenstr. (Neustadt-Süd) das einzige im ursprünglichen Zustand erhaltene Zeugnis der Erstbebauung. Es weist eine Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance auf, wobei die linke Achse – mit der Tordurchfahrt – durch die flache Wandvorlage besonders betont worden ist.

Dekorative Akzente setzen vor allem die Fensterverdachungen mit Dreiecks- und Segmentgiebeln im ersten und zweiten Obergeschoss. Analog zu den Tür- und Fensteröffnungen im Erdgeschoß sind darüber hinaus auch die Fenster im dritten Obergeschoss rundbogenförmig ausgebildet worden. Trotz einiger Veränderungen wird das o. g. Objekt, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung bewahrt, somit zum unverzichtbaren Dokument. Es veranschaulicht noch heute das historische Erscheinungsbild an der Engelbertstraße und ist auch im Hinblick hierauf unbedingt erhaltenswert.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutz-gesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen.

Referenz: 0892


Das Denkmal hat die Nummer 6688 und ist seit dem 26. November 1992 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben