Wohn- und Geschäftshaus

Engelbertstr. 11, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1902


  • 5 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben
  • 3 Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: überwiegend Jugendstil

 

Fassade

  • Balkon mit originaler Brüstung (erstes Obergeschoss)
  • Erker auf rechteckigem Grundriß (zweites bis viertes Obergeschoss) in der Mittelachse
  • Erdgeschoss verändert
  • Fenster und Türen verändert

 

Rückseite

Rückseite und seitlicher Anbau in gelbem Klinker

Fenster teilweise original

 

Inneres

Im Innern original erhalten:

  • im Vestibül farbiger Fliesenboden
  • im Flur
  • Terrazzoboden
  • Terrazzotreppe mit
  • schmiedeeisernem Geländer
  • Holzhandlauf
  • in den Wohnungen vereinzelt Deckenstuck.

 

 

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt.

Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringe, zwischen Gladbacher Str. und Zülpicher Str. das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel, meist mit vornehmen Mietshäusern von reicher Fassadengestaltung. Die Engelbertstraße, vor der Stadterweiterung Eisenbahntrasse, wurde z. T. erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1900-02, bebaut. Vor allem in ihrem südlichen Abschnitt, unmittelbar vor dem Zülpicher Platz, haben sich noch einige Zeugnisse der Erstbebauung erhalten.

Das Haus Nr. 11 ist hier integraler Bestandteil eines mit seinen Nachbarhäusern Nr. 7 und 9 gebildeten Ensembles. Bei seiner architektonischen Gestaltung ist die Mittelachse besonders betont worden. Während der dreigeschossige Erker dabei einen markanten vertikalen Akzent setzt, weist der Balkon im ersten Obergeschoß noch heute darauf hin, daß sich hier einst das Hauptgeschoss des Hauses, die sog. Beletage mit den Repräsentationsräumen, befand.

Die Putzfassade wird durch den Fugenschnitt und, ab dem zweiten Obergeschoss, reichen Stuckdekor im Stil des Historismus gegliedert. Das og. Objekt, das das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Referenz: 0893


Das Denkmal hat die Nummer 6616 und ist seit dem 11. September 1992 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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