Wohn- und Geschäftshaus

Komödienstr. 15, 50667 Köln - Altstadt-Nord weitere ...

Erbaut 1958/59, Architekt Hans J. Lohmeyer; Teil einer einheitlich konzipierten Häuserzeile; 4 - 5 Geschosse, an der Komödienstraße zurückgesetzes Dachgeschoß mit davorliegender Dachterrasse, Flachdach, zurückgesetztes EG (an der Komödienstraße); Fassade zur Komödienstraße: Brüstungsbänder mit Natursteinverblendung, EG und Rahmenkonstruktion mit einfarbiger Kleinmosaikverkleidung, Schaufenster und Fensterbänder (OGs) weitgehend original; innenliegender Eingangsbereich mit den Bodenfliesen, der Schaufenstervitrine und den beiden Ladentüren größtenteils original; Fassade zur Burgmauer: Brüstungsbänder mit Natursteinverblendung, Rahmenkonstruktion mit einfarbiger Kleinmosaikverkleidung, EG weitgehend verändert, Fensterbänder (OGs) weitgehend original, sonst Fenster verändert, innenliegender Eingangsbereich mit den Bodenfliesen und der Haustür weitgehend original. Im Innern ist von denkmalpflegerischer Relevanz: im Entrée Terrazzofliesenboden, kürzere Treppe mit Terrazzobelag, Metallgeländer und Mipolamhandlauf (bis in den Keller), Natursteinverblendung der linken Wand in der Sockelzone; im Treppenhaus Terrazzofliesenboden, Stahlbetontreppe mit Terrazzobelag, Metallgeländer und Mipolamhandlauf, Natursteinverblendung der linken Wand in der Sockelzone (EG), weitgehend Abschluß- und Fahrstuhltüren (mit Rundfenstern), Oberlicht aus Glasprismen (zur Belichtung des Treppenhauses.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Bewußtsein der Allgemeinheit. Die in dieser Zeit ebenfalls verstärkt einsetzende Entwicklung des Verkehrs und die infolge der Zerstörungen notwendige städtebauliche Neuplanung bedeuteten in diesem Zusammenhang die Ausgestaltung der Straßen als zusätzliche Aufgabe. In Konsequenz wurde Köln mit einem großmaschigen Netz von Verkehrsstraßen durchzogen, wobei als Rückgrat dieses Systems die die gesamte Altstadt durchbrechende Nord-Süd-Straße geplant wurde. Der damals bereits vorhandene Durchbruch im Zuge der Hahnenstraße wurde im Norden um zwei weitere Ost-West-Verbindungen ergänzt. Zu einer davon gehören die Straßenzüge Komödienstraße und Burgmauer. Eine Änderung der Fluchtlinien führte hier zu einem, den neuen Erfordernissen entsprechenden Verlauf und - vor allem bei der Komödienstraße - zur notwendigen Breite. Die zum Teil noch vorhandene Vorkriegsbebauung mußte für diese Neuplanungen abgebrochen werden. Zum Ausgleich erhielten die damaligen Eigentümer ein Baugrundstück in der neuen Flucht, der Grundstückszunge zwischen Burgmauer und Komödienstraße. Bei den zum Teil auf den Resten der alten Römermauer errichteten Neubauten war ein beträchtlicher Niveauunterschied auszugleichen. Das um 1958/59 durch den Architekten Hans J. Lohmeyer realisierte o. g. Gebäude ist integraler Bestandteil dieser im Zuge der Neuplanungen einheitlich konzipierten Häuserzeile mit zwei Straßenfronten, deren Abschluß zum Dom hin das Verkehrsamt der Stadt Köln bildet. Unter weitgehender Wahrung einheitlicher Höhenlinien wurde die Fassade eines jeden Gebäudes anders gestaltet. Beim o. g. Objekt wechseln sowohl an der Komödienstraße als auch an der Burgmauer Fenster- mit Brüstungsbändern, die mit Naturstein verblendet worden sind. Hierdurch ergibt sich eine strenge Gliederung mit Betonung der Horizontale. Einen Materialkontrast zum Naturstein bildet dabei die Verkleidung der Rahmenkonstruktion und - an der Komödienstraße - des Erdgeschosses mit einfarbigem Kleinmosaik. Das o. g. Objekt, das sich glücklicherweise nahezu im ursprünglichen Zustand erhalten hat, wird somit als integraler Bestandteil der in den 50er Jahren neugeplanten und -erbauten Straßenzüge Komödienstraße und Burgmauer zum unverzichtbaren Dokument und trägt wesentlich zum vielfältig und abwechslungsreich gestalteten zeittypischen Erscheinungsbild bei.

Referenz: 1151


Das Denkmal hat die Nummer 6598 und ist seit dem 19. August 1992 geschützt.

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