Wohn- und Geschäftshaus

Hohenzollernring 28, 50672 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1885/86


Eckhaus zur Ehrenstr.

  • fünf Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss
  • drei Achsen zum Hohenzollernring, fünf Achsen zur Ehrenstr.
  • Werkstein- und Klinkerfassade mit Werksteingliederungen
  • Stil: Neo Renaissance (flämisch)

 

Fassade

  • winkelförmiger Grundriß
  • abgeschrägte Ecke mit bis ins Dachgeschoss reichenden, turmbekrönten Erker
  • flache Wandvorlage vom ersten bis vierten Obergeschoss in der Mittelachse (Ehrenstr.)
  • Erdgeschoss verändert
  • Fenster und Türen verändert
  • Dach mit Gauben

 

Rückseiten

  • zum Teil backsteinsichtig
  • Fenster und Türen weitgehend verändert

 

Inneres

Im Innern sind erhalten

  • im ehemaligen Vestibül
  • Reste von Deckenstuck
  • im Treppenhaus
  • eine ältere Holztreppe mit schlichtem Holzgeländer erhalten.


Nicht Bestandteil des Denkmals sind der neuere Aufzugturm an der Rückfront sowie die 1geschossigen Anbauten im Hinterhof.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Als ihr Kernstück wurde die Ringstraße, ein baumbestandener und mit öffentlichen Grünflächen versehener "Prachtboulevard", bestehend aus zehn Teilstücken von unterschiedlicher Breite und Gestaltung, angelegt. Hier entstand das repräsentative Wohnviertel der Neustadt, vorwiegend bebaut mit Villen und hochherrschaftlichen Mietshäusern. Von der im wesentlichen 1883-87 errichteten Bebauung des Hohenzollernringes haben sich nur noch vereinzelte Beispiele erhalten.

Zu diesen wenigen Zeugnissen der Erstbebauung gehört auch das Haus Nr. 28. Es wurde 1885/86 als Eckhaus zur Ehrenstraße, einer alten Torstraße, erbaut und prägt mit seinen Fassaden in Anklängen an die flämische Renaissance noch heute maßgeblich diese Ecksituation. Wesentliches Gestaltungsmerkmal ist beim dem Objekt vor allem die abgeschrägte Ecke mit dem dreigeschossigen, bis ins Dachgeschoss reichenden, turmbekrönten Erker. I

nsgesamt ist die Fassade schon durch die unterschiedlichen Materialien sehr abwechslungsreich gestaltet worden. Während die beiden unteren Geschosse gleichsam als Sockel ursprünglich ganz in Werkstein gehalten wurden - heute nur noch das erste Obergeschoss -, herrscht in den oberen Geschossen der Klinker vor. Hierdurch hebt sich die Fassade des o.g. Gebäudes auch deutlich von der ganz in Werkstein ausgeführten des Nachbarhauses Nr. 30 ab. Auch im Ensemble mit diesem und den weiteren hier gelegenen denkmalwerten Gebäuden wird das o.g. Objekt somit zum unverzichtbaren Dokument für die Vielfalt und den Gestaltungsreichtum der hochherrschaftlichen Gründerzeitarchitektur am Kölner Ring.

Referenz: 0786


Das Denkmal hat die Nummer 6586 und ist seit dem 24. Juli 1992 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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