Wohn- und Geschäftshaus

Flandrische Str. 7, 50674 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1883/84


  • vier Geschosse, verändertes wiederaufgebautes Dachgeschoß
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Quaderungen und sparsamen Stuckgliederungen
  • Stil: Historismus

 

Fassade

  • Erdgeschoss teilweise verändert
  • schmiedeeiserner Fahnenhalter in der linken Achse des ersten Obergeschosses
  • Fenster weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert
  • Türen größtenteils verändert
  • Dach mit 3 Gauben

 

Rückseite

  • Rückseite und seitlicher Anbau (teilweise verändert) backsteinsichtig
  • Fenster weitgehend verändert

 

Inneres

Im Innern original erhalten:

  • im Vestibül
  • Terrazzoboden
  • reichhaltigerer Stuck am Stützbogen
  • im Flur
  • Terrazzoboden (Erdgeschoss)
  • Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten.


Nicht Bestandteil des Denkmals ist die erdgeschossige Hofüberbauung mit Flachdach.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringe, zwischen Gladbacher Str. und Zülpicher Str. das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel meist mit vornehmen Mietshäusern von reicherer Fassadengestaltung.

Die vom Hohenzollernring zur Aachener Str. verlaufende Flandrische Straße wurde im wesentlichen 1884-88 bebaut. Das bereits um 1883/84 errichtete Haus Nr. 7 ist hier eines der letzten Zeugnisse der Erstbebauung, das sich annähernd im ursprünglichen Charakter erhalten hat.

Die durchweg gequaderte Fassade wird durch die Stockwerks- und Sohlbankgesimse, aber auch durch die geraden Fensterverdachungen der Stichbogenfenster stark in der Horizontale betont. Das Gebäude, das das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, ist auch als sehr frühes Zeugnis der Neustadtbebauung unbedingt erhaltenswert. Im Ensemble mit dem Haus Nr. 10a bewahrt es die einstige Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das historische Erscheinungsbild an der Flandrischen Straße und wird somit, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.

Referenz: 0851


Das Denkmal hat die Nummer 6529 und ist seit dem 19. Juni 1992 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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