techn. Denkmal - Telegraphenstation

Egonstr. 152, 51061 Köln - Flittard

errichtet 1833

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus Egonstr. 152 ist bedeutendfür die Geschichte des Stadtteils Flittard, der sich aus einem kleinen, 989 erstmals erwähnten Rheindorf entwickelte. Damals entzog Erzbischof Ewerger den Besitz der damals schon bestehenden Kirche und der Höfe dem Stift St. Kunibert und schenkte sie dem Benediktinerkloster St. Martin. Als die Ritter von Flittard im 14. Jahrhundert ausstarben, fiel auch deren Eigentum an das Kloster St. Martin, das auch in Stammheim über bedeutende Einkommen verfügte. Anfang des 19. Jahrhunderts vereinigten die Freiherren bzw. Grafen von Fürstenberg in Stammheim alle großen Höfe in ihre Hand, wozu auch der Bongarzhof und der Paulinenhof gehörten. Städtische Einflüsse bzw. Mietstockwerksgebäude sind auch hier ab der Jahrhundertwende, insbesondere durch das nördlich gelegene Bayerwerk nicht zu verkennen.

Das o.g. Objekt ist ein wichtiges Dokument der preußischen Eingliederung der Rheinlande, zu deren militärischer Absicherung es diente. Die 1833 erbaute Telegraphenstation war bis 1848 Teil einer von Koblenz bis Berlin reichenden Linie von Sichttelegraphen, mit denen Regierungsbotschaften über die ca. 600 km lange Strecke innerhalb von zwei Stunden übermittelt werden konnten. Die nächste westliche Station befand sich auf dem Turm von St. Pantaleon in Köln, die östliche in Schlebusch.

Das dreigeschossige Turmgebäude mit Wohnhausanbau ist in der klassizistischen Strenge seiner preußischen Erbauer gehalten, wobei der Zweckbau durchaus dekorativ, dem frühen Biedermeier oder Empire entlehnte Elemente enthält. Im Wesentlichen besteht das Gebäude aus dem Turm auf quadratischem Grundriß und einem einstöckigen, kleinen Anbau mit relativ flachem Satteldach, beide weiß verputzt. Die rechteckigen Sprossenfenster sind axial in die von Ecklisenen eingefaßte Fassade des Turms eingefügt, das Erdgeschoß mit axialer Eingangstüre ist sparsam horizontal gefugt. Bei der Restaurierung in den 60iger Jahren wurden nicht nur die Sprossenfenster mit den Klappläden sondern auch der Signalmast mit der Signalanlage wieder hergestellt. Auch die Eingangs- und Innentüren sind original oder nach dem Original wieder hergestellt worden. Backsteingewölbe im Keller. Auch die Eichentreppe stammt aus der Erbauungszeit.

In der Nähe des Objekts steht die preußische Schule für Stammheim und Flittard aus dem Jahr 1826, die in neuerer Zeit restauriert wurde. Beide Objekte stehen auf dem ehemaligen Besitz der Grafen von Stammheim, die sich durch ihre enge Beziehung zum preußischen Königshaus bei der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Kölns (Bau des Kölner Doms) sehr verdient gemacht haben.

Referenz: 3204


Das Denkmal hat die Nummer 651 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

Denkmal <techn. Denkmal - Telegraphenstation> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben