Wohnhaus (Kapitelhaus) m. Kapelle

Burgmauer 13, 50667 Köln - Altstadt-Nord

Erbaut 1954/55, Architekt Fritz Schaller; Teil einer 2-3geschossigen Bautengruppe (Kurienhäuser) mit 4geschossigem Riegelbau (Dompropstei) am Margarethenkloster; Kapitelhaus: freistehendes, über dem EG leicht vorkragendes 3geschossiges Gebäude mit Satteldach, straßenseitig im Eingangsbereich sowie teilweise rückwärtig mit zurückgesetztem EG und Rundstützen (Stahl); Rückseite auch mit asymmetrisch auskragenden Balkonen (Brüstung verändert), Putzfassaden, EG in Backstein, Haustür (Holz) und Verglasung (zwischen Betonrippen) im Hauseingangsbereich original, sonst Fenster und Türen weitgehend verändert. Kapelle: Backsteingebäude auf trapezförmigem Grundriß mit pultdachartig geneigtem, gewölbten Dach (zum Vorplatz hin vorgezogen und auf einer verlängerten Seitenwand bzw. einer Stütze ruhend); straßenseitig mit angegliedertem, auf einem Backsteinsockel angebrachten Glokkenständer (Betonkonstruktion in stilisierter Glockenform und mit Metallkreuz); 1geschossiger flachgedeckter Baukörper an der gegenüberliegenden Seitenfassade als Verbindung zum Kapitelhaus, Eingangstüren original, Fensteröffnungen original, teilweise mit neuerer Verglasung. Im Innern des Kapitelhauses original erhalten: im Treppenhaus Terrazzofliesenboden, Stahlbetontreppe mit Terrazzobelag, Metallgeländer und Mipolamhandlauf, eine Abschlußtür, einige Lampen; im Innern von Verbindungsbau und Kapelle original erhalten: Bodenbelag mit Marmor und Backstein, Altar und Weihwasserbecken (Marmor), Tabernakel, Kreuz. Bestandteil des Denkmals sind auch die Vorplatzgestaltung vor der Kapelle mit dem Backstein- und Bruchsteinboden und dem künstlerisch gestalteten Metallzaun sowie die entlang der Mariengartengasse verlaufende Backsteinmauer (teilweise mit Natursteineinschlüssen).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. In dieser Zeit erlebte auch die kirchliche Bautätigkeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Dabei erreichten gerade auch die vom Erzbistum Köln in Auftrag gegebenen Bauwerke, die oft durch bedeutende Architektenpersönlichkeiten geplant und realisiert wurden, selbst über den eigentlichen Kirchenbau hinaus einen ausgesprochen hohen Standart. Das trifft auch auf die 1954-59 auf dem Gelände zwischen Margarethenkloster, Burgmauer und Mariengartengasse in offener Bauweise errichteten Domkurien zu, die am Margarethenkloster in dem Riegelbau der Dompropstei ihren architektonischen Abschluß finden. Das o.g. Objekt ist integraler Bestandteil dieses Ensembles und entstand 1954/55 als Kapitelhaus nach Plänen von Fritz Schaller. Es befindet sich direkt an der Burgmauer und bildet gleichzeitig mit der westlich angegliederten Kapelle den baulichen Anschluß zur Mariengartengasse. Wie bei den weiteren 2-3geschossigen Wohnhäusern mit Satteldach (Burgmauer 3-11) ist auch die Gestaltung des o.g. Gebäudes, vor allem durch die glatten Putzfassaden, sehr sachlich und straff gehalten worden. Dabei ist das Erdgeschoß - ähnlich wie beim ebenfalls exponiert an der Straße gelegenen Haus Nr. 3 - durch die Backsteinverblendung als Gebäudesokkel ausgebildet worden. Die Eingangssituation wird durch das hier zurückgesetzte Erdgeschoß besonders hervorgehoben. An der Westfassade schließt, durch einen 1geschossigen Verbindungsbau mit dem Wohnhaus verbunden, eine kleine Kapelle in Backstein an. Deren zentrales Gestaltungsmerkmal ist das pultdachartig geneigte und gleichzeitig segmentbogenförmig gewölbte Dach, das zum künstlerisch gestalteten kleinen Hof hin als Vordach weitergeführt wird. Insbesondere bei diesem Kapellenbau ist deutlich die Handschrift des renommierten Kirchenarchitekten Schaller ablesbar. Das o.g. Objekt ist somit, auch als besonders qualitätvolles Zeugnis der Architektur der 50er Jahre, unbedingt erhaltenswert. Gemeinsam mit den weiteren, von einer großzügigen Gartenanlage umgebenen Kurienhäusern bildet es ein durch mehrere Architekten realisiertes und in seiner architektonischen Form aufeinander abgestimmtes geschlossenes Ensemble in unmittelbarer Domnähe, wobei der bauliche Abschluß zum Margarethenkloster hin durch das markante Flachdachgebäude der Dompropstei von Karl Band gebildet wird.

Referenz: 0783


Das Denkmal hat die Nummer 6500 und ist seit dem 22. Mai 1992 geschützt.

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