Wohnhaus

Gilbachstr. 18, 50672 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1913


 Architekten: Jakob Koerfer (1875-1930)

      Leopold Schweitzer (?)

  • fünf Geschosse oberstes nach 1945 hinzugefügt
  • Souterrain
  • ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben (ursprünglich mit flach abschließendem Zwerchhaus),
  • fünf Achsen
  • Werksteinfassade
  • Stil: Neoklassizismus

 

Fassade

  • flache Wandvorlage in der ersten und fünften Achse (erstes bis drittes Obergeschoss)
  • Fenster teilweise original (Treppenhausfenster mit originaler farbiger Bleiverglasung), Souterrainfenster weitgehend mit orig. Gitterschutz
  • Haustür verändert

 

Rückseite

  • Putzfassade
  • Balkone (teilweise verändert)
  • Fenster und Balkontüren weitgehend verändert

 

Im Innern original erhalten

Vestibül

  • weitgehend Marmorboden
  • Marmortreppe
  • Messinghandlauf

Flur und Treppenhaus

  • teilweise Marmorboden
  • Marmortreppe mit Holzgeländer und Antrittspfosten
  • weitgehend Wandverkleidung der Sockelzone mit Marmor
  • teilweise Wohnungseingangstüren mit hier seitlich anschließender Wandvertäfelung aus Holz zur halben Höhe (vor Umbaumaßnahmen in den 30er Jahren ehemals Entrée)
  • Fenster zum Lichtschacht weitgehend mit orig. farbiger Bleiverglasung
  • sprossierte Verglasung des Lichtschachts (Hochparterre)
  • Deckenlampen (Metall mit Prismenglas)

Wohnungen

  • teilweise Terrazzo- und Fliesenboden (Küchen und Bäder)
  • teilweise Wandvertäfelung aus Holz zur halben Höhe
  • weitgehend Zimmertüren mit Laibungen
  • einige Türen (Vorratskammern)
  • teilweise Deckenstuck.

Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtig anschließende Garten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringe, zwischen Gladbacher Str. und Zülpicher Str. das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. An der ab 1889 bebauten, in unmittelbarer Nähe zum Stadtgarten gelegenen Gilbachstraße hat sich verhältnismäßig viel von der ursprünglichen Bebauung erhalten.

Das Haus Nr. 18 wurde hier 1913 nach den Plänen des auch über Köln hinaus bedeutenden Architekten Jacob Koerfer in Partnerschaft mit Leopold Schweitzer errichtet. Es bildet mit seinen zeitgleich entstandenen und von denselben Architekten konzipierten Nachbarhäusern Gilbachstraße 20 und Spichernstr. 55 ein Ensemble. Hierbei ist das o. g. Objekt vor allem mit dem die Ecksituation Gilbachstraße/Spichernstraße dominierenden Haus Nr. 55 als gestalterische Einheit beabsichtigt worden. Wie dieses verfügt das o. g. Gebäude über eine repräsentative Werksteinfassade im Stil des Neoklassizismus mit betont vertikaler Ausrichtung.

Akzente setzen beim dem Haus die flachen Wandvorlagen in der ersten  und fünften Achse sowie die durch den portalartigen Eingang und die auf halber Geschoßhöhe angeordneten Treppenhausfenster betonte Hauseingangsachse. Das ursprünglich nur viergeschossige Gebäude hatte ehemals, ähnlich wie einige Häuser Koerfers am Ubierring, eine Mittelbetonung durch ein flach abschließendes Zwerchhaus.

Das o. g. Objekt, das noch heute die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner veranschaulicht, bewahrt trotz einiger Veränderungen das historische Erscheinungsbild an der Gilbachstraße und wird somit, auch in Bezug hierauf, zum unverzichtbaren Dokument für die Architekturentwicklung in Köln vor dem ersten Weltkrieg.

Referenz: 0727


Das Denkmal hat die Nummer 6422 und ist seit dem 16. März 1992 geschützt.

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