Büro- und Geschäftshaus

Krebsgasse 5, 50667 Köln - Altstadt-Nord

Erbaut Okt. 1922 - Okt. 1923, Architekt Jakob Koerfer; "Industriehof"; ehemals Eckhaus zur Glockengasse; 4 Geschosse und 2 zurückspringende Staffelgeschosse (oberstes verändert - ursprünglich mit Rundbogenfenstern), Flachdach (ehemals Walmdach), 9 Achsen (ursprünglich 12 Achsen), Werksteinfassade (Tuff, teilweise im EG verändert), Fenster und Türen verändert. Rückseite verputzt, Fenster verändert. Im Innern des Haupttreppenhauses ist die Treppenanlage in ihrer Struktur original erhalten; ihr Belag aus Solnhofener Platten, der auf der Lichtwange angebrachte Handlauf, wie auch der weitere hier im Haupttreppenhaus vorhandene Bodenbelag aus Solnhofener Platten sowie die Abschlußtüren stammen größtenteils aus den 50er Jahren. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die 1geschossige Hofüberbauung mit Flachdach.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der 1922/23 nach den Plänen von Jakob Koerfer auf einem ehemaligen Brikettlagerplatz der Stadt zwischen Krebsgasse und Glockengasse erbaute "Industriehof" zählt zu den seinerzeit modernsten Bürohausbauten in Köln. Im Gegensatz zu Koerfers nur ein Jahr früher entstandenen "Schwerthof" an Neumarkt und Zeppelinstraße, erfolgt beim o. g. Objekt bereits eine Loslösung von der Bürgerhausarchitektur, um so auch zu neuen Gestaltungsmöglichkeiten zu gelangen. Markant ist die Struktur des Gebäudes, die sich aus der Stützen- und Rahmenkonstruktion ergibt, wobei das Ladengeschoß und das erste Obergeschoß optisch zusammengefaßt werden. Das Stützraster wird von drei-, vier- oder fünfteilig gekuppelten Fenstern gefüllt, die die Fassade weiter untergliedern und ihr Plastizität und Tiefe verleihen. Das infolge der Kriegszerstörung nur noch 9achsige o. g. Gebäude reichte einst bis zur Glockengasse. Diese Ecksituation ist damals durch eine hier in Höhe des 1. Obergeschosses angebrachte Plastik besonders betont worden. Auch das Walmdach, das dem breit gelagerten Gebäude - zusammen mit den beiden Staffelgeschossen - den oberen Abschluß gab, fehlt heute. Trotz dieser Veränderungen ist das inmitten der Altstadt errichtete o. g. Objekt als herausragendes Beispiel für die Entwicklung der modernen Bürohausarchitektur in Köln unbedingt erhaltenswert. Auch als Werk des überregional bedeutenden Architekten Jakob Koerfer, der das Stadtbild Kölns nicht zuletzt auch durch das HansaHochhaus nachhaltig prägte, wird der "Industriehof" zum unverzichtbaren Dokument.

Referenz: 0817


Das Denkmal hat die Nummer 6411 und ist seit dem 6. März 1992 geschützt.

Denkmal <Büro- und Geschäftshaus> bearbeiten
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