Wohn- und Geschäftshaus (ehem. Wohnhaus)

Theodor-Heuss-Ring 10, 50668 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1894/95


Haus Heinrich Schierenberg

Architekten: Büro Müller & Grah

  • Otto Grah (1856-1944)
  • Alfred Müller /gen. Alfred Müller-Grah (1847-1912)
  • vier Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoss, rückwärtig seitlicher Anbau
  • drei Achsen
  • Werksteinfassade (roter Mainsandstein)
  • Stil: Neo Gotik

 

Fassade

  • in der linken Achse
  • zwei u. a. durch Pilaster optisch zusammengefaßte Balkone (orig. Werksteinbrüstung)
  • und Tordurchfahrt 
  • in der Mittelachse
  • zweigeschossiger Erker auf trapezförmigem Grundriß mit aufgesetztem Balkon (orig. Werksteinbrüstung)
  • in der rechten Achse
  • portalartig ausgebaute Eingangssituation mit Freitreppe (orig. Werksteingeländer) 
  • Gliederungen und bildhauerischem Schmuck überwiegend im Stil der Neugotik
  • weitgehend original
  • Fenster
  • Türen
  • Dachgeschoss mit
  • Giebel in der linken Achse
  • neueren Gauben
  • neueren Dachflächenfenstern,


Rückseite

  • Putzfassade von
  • seitlichem Anbau
  • hieran anschließendem, etwas niedrigerem Hinterhaus
  • in den beiden unteren Geschossen größtenteils mit Fugenschnitt
  • Dachzonen durch neueren Dachausbau zum Teil verändert
  • zweigeschossiger auf einer Stütze ruhender Standerker mit aufgesetztem Balkon (neueres Brüstungsgitter)
  • neuerer Balkon auf originaler Konsole an der Rückfront des Vorderhauses
  • weitgehend original
  • Fenster
  • Türen (auch in der Durchfahrt)

Inneres

Im Innern original erhalten:

  • im Vestibül
  • Marmorboden
  • Marmortreppe mit
  • an der Wand angebrachtem schmiedeeisernen Geländer
  • Holzhandlauf
  • teilweise Wandstuck
  • Decke als gotisierendes Gewölbe mit Stuckrippen
  • im Flur
  • Marmorboden
  • weitgehend Marmortreppe mit
  • schmiedeeisernem Geländer
  • Holzhandlauf
  • schmiedeeisernen Antrittspfosten
  • Wandstuck (im Bereich der durchfensterten Wand zu den Wohnungen gotisierendes Ornamentfries in der Sockelzone)
  • Decke als gotisierendes Gewölbe teilweise mit Stuckrippen
  • weitgehend Wohnungseingangstüren
  • Fenster (zur Belichtung durch die Wohnungen)
  • Wohnungen
  • teilweise Parkettböden
  • Dielenböden
  • zum Teil inkrustierte Terrazzoböden in den Fluren
  • weitgehend Zimmertüren mit Laibungen
  • Deckenstuck (in den straßenseitigen Räumen sehr rückhaltig)
  • in den Räumen im Souterrain einige Werksteinstützen

 

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der 1geschossige Anbau mit Flachdach im Hinterhof (Garage).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Als ihr Kernstück wurde die Ringstraße, ein baumbestandener und mit öffentlichen Grünflächen versehener "Prachtboulevard", bestehend aus zehn Teilstücken von unterschiedlicher Breite und Gestaltung, angelegt. Der Theodor-Heuss-Ring, ehemals Deutscher Ring, bildet das letzte nördliche Teilstück des Ringes zum Rheinufer hin und umschließt in seiner gesamten Länge eine großzügige Parkanlage.

Von der im wesentlichen 1895-1900 errichteten Bebauung dieser repräsentativen Wohnstraße, die an der südlichen Seite aus mehrgeschossigen hochherrschaftlichen Mietshäusern mit Vorgärten bestand, haben sich nur noch vereinzelte Beispiele erhalten.

Zu diesen wenigen Zeugnissen der Erstbebauung gehört das Haus Nr. 10 (ehemals Nr. 26). Es wurde 1894/95 nach Plänen der Architekten Müller & Grah (Alfred Müller-Grah & Otto Grah) für den Bauunternehmer Heinrich Schierenberg erbaut und weist eine aufwendig gestaltete Werksteinfassade aus rotem Mainsandstein auf, deren Gliederungen und bildhauerischer Schmuck vorwiegend der Formensprache der Gotik entlehnt sind.

Die linke Achse des Gebäudes, in der sich auch die Tordurchfahrt befindet, ist dabei durch die Balkone und den prächtigen Giebel besonders hervorgehoben worden. Weitere Akzente setzen der Mittelerker und die portalartig ausgebildete Eingangssituation mit der Freitreppe. In Entsprechung zur Fassade sind im Innern auch Vestibül und Flur mit den Wölbungen in Anklängen an die Gotik gehalten worden.

Das o. g. Objekt, an dessen Fassadengestaltung sich das etwas später errichtete Haus Nr. 20 anlehnt, ist somit unbedingt erhaltenswert. Auch im Ensemble mit den weiteren denkmalwerten Gebäuden ist es ein unverzichtbares Dokument für die Vielfalt und den Gestaltungsreichtum der hochherrschaftlichen Gründerzeit- architektur am Kölner Ring.

Referenz: 0974


Das Denkmal hat die Nummer 6391 und ist seit dem 3. Februar 1992 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus (ehem. Wohnhaus)> bearbeiten
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