Kath. Pfarrkirche "Zum göttlichen Erlöser" mit Gemeindebauten

Erlöserkirchstr. 8, 51107 Köln - Rath/Heumar
Errichtet: 1953 - 54


 Architekt: Friedrich (Fritz) Schaller (1904-2002)

  • geschlossene Bautengruppe bestehend aus
  • Gemeindehäusern
  • Kirche
  • freistehendem Glockenturm

 

Aufbau der Kirche

mehrschiffige Hallenkirche mit

  • querschiffartigen Erweiterungen, über denen das durchlaufende Satteldach weit heruntergezogen wurde
  • ein von den beiden nördlich gelegenen Erweiterungen und deren Verbindungsgang umschlossenen rechteckigen Gartenhof

 

  • Betonskelettbau weitgehend mit Backsteinmauerwerk
  • Gestaltung der vorgezogenen westlichen Giebelseite mit farbig verglasten Betonformsteinen (Farbverglasung 1972 nach Entwurf von Prof.  Hubert Schaffmeister (1928-)
  • orig. Eingangstür aus Holz, außen mit künstlerisch gestalteter Metallverkleidung (Kupfer)
  • Südportal mit seitlich angebrachten Reliefsteinen
  • orig. Eingangstür (Holz)
  • zum Teil farbig verglaster Seitenwand aus Betonformsteinen (Farbverglasung 1973 nach Entwurf von Prof. Hubert Schaffmeister (1928-)

  • Seitenwand des Sängerchors sowie drei Seiten des Innenhofes ebenfalls mit verglastem Fertigbetongitter (jeweils mit einer hier eingegliederten orig. Tür)
  • Beton-Glas-Wände des Innenhofes sowie die drei Fensteröffnungen der hier den südlichen Abschluß bildenden Ziegelwand mit ebenfalls später hinzugefügten Farbverglasungen von Prof.  Hubert Schaffmeister(1928-)
  • Oberlicht über dem Altar
  • Kreuz auf dem Dach über dem Altarraum des Hauptbaues von J. Heppekausen (?-?)

 

Kirchturm

  • Südlich des Hauptbaus gelegener Campanile in Backsteinmauerwerk mit rautenförmig angeordneten Öffnungen
  • schmale Seiten ganz mit Betonfertigteilen ausgefenstert (nur die beiden obersten Reihen verglast)
  • orig. Holztür
  • oberer Abschluß mit Satteldach
  • Wetterhahn (Eisenblech)

 

Inneres

  • Kirchenschiff
  • Originale Innengestaltung und -ausstattung (den Gesamtbau betreffend):
  • weitgehend Tonplattenboden
  • Umfassungswände in weiß geschlämmtem Sichtmauerwerk
  • farbige, in die auf kreuzförmigen Pfeilern ruhende Betondecke eingelassene Mosaike (vom Bildhauer Hans Wimmer (1907–1992) )
  • Messinggestänge von jeweils vier in die Nischen der kreuzförmigen Betonpfeiler eingestellten Lampen (ursprünglich mit Messingschilden)
  • einige Kerzenhalter (Metall) an den Wänden
  • In der Eingangshalle
  • Verglasung im Eingangsbereich (Metallkonstruktion) mit zwei seitlichen Türen
  • zwei Weihwasserbecken an der Wand
  • ein auf dem Boden stehendes Weihwasserbecken (Rotsandstein)
  • In der Taufkapelle
  • Taufbrunnen (Rotsandstein) mit Metallabschluß
  • hoher Kerzenständer aus Metall
  • durch eine Stufe erhöhter Altar (Rotsandstein) mit Muttergottes aus Holz
  • Im Verbindungsgang zur Werktagskapelle
  • Kreuzwegstationen in Bronze von Joseph Hoentgesberg (die ersten und letzten Stationen befinden sich in der Tauf- bzw. Werktagskapelle)
  • Holztür mit Messinggriff
  • vier Deckenlampen mit Lampenschirmen aus Metall
  • In der Werktagskapelle
  • Kirchenbänke (Holz)
  • Holzverkleidung der Orgel
  • In der Hauptkirche
  • Kirchenbänke (Holz)
  • Beichtstühle (Holz)
  • Holzgehäuse der Orgel
  • Holztür mit Messinggriff
  • durch Stufen erhöhter und an 3 Seiten von Kommunionbänken umgebener Altar (Rotsandstein)
  • niedrige Kanzel (Rotsandstein und Holz)
  • Sakramentsstele
  • Tabernakel (vom Bildhauer Hans Wimmer (1907–1992) )
  • Monstranz (H. J. Heppekausen)
  • Holzkreuz mit silbergetriebenem Corpus (H. J. Heppekausen) in der Vierung

Pfarrhaus mit Kaplanei

  • an der Ostseite der Kirche anschließender Gebäudetrakt
  • ein bis zwei Geschosse
  • winkelförmiger Grundriss
  • Satteldächer
  • Backsteinbau
  • Pfarrhaus zur Gartenseite hin zweigeschossig
  •  mit kleinem Anbau aus verglasten Betonformsteinen#
  • Fenster und Eingangstüren weitgehend original, (Eingangssituation jeweils durch neuere Überdachung und eine Seitenwand aus Glas verändert)
  • Im Innern teilweise Bodenbelag (Solnhofener Platten) erhalten

Jugendheim

  • im Norden der Kirche liegendes und mit ihr durch einen überdachten Gang verbunden Gebäude auf T-förmigem Grundriß
  • ein Geschoss
  • Backsteingebäude
  • Satteldächern (Gebäude )
  • heute an der Westseite verlängert und mit hier seitlich angebauter Erweiterung mit Satteldach sowie mit flach gedecktem kurzen Anbau an der Ostseite
  • Fenster weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert
  • Brüstungsfelder mit Holz teilweise original
  • Eingangstüren sowie Inneres des Gebäudes weitgehend verändert

 

Bestandteil des Denkmals sind auch die die Gebäude umgebenden, zum Teil gärtnerisch gestalteten Freiflächen.

 

Nicht Bestandteil des Denkmals ist das eingeschossige, an die Kaplanei anschließende Gebäude mit Flachdach (Garagen) sowie das nord-östlich gelegene ein- bis zweigeschossige Gebäude mit Satteldächern (Kindergarten).

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Kirchenbau der inzwischen abgeschlossenen Bauepoche der 50er Jahre ist im westlichen Deutschland und besonders auch im Bereich der Erzdiözese Köln nicht nur quantitativ, sondern auch baukünstlerisch zu den fruchtbarsten Phasen der europäischen Architekturgeschichte zu zählen. Getragen von bedeutenden Architektenpersönlichkeiten, erreichte keine andere Architekturgattung in dieser Zeit einen vergleichbar hohen Standard.

Der Neubau der kath. Pfarrkirche "Zum göttlichen Erlöser", 1952 von einem neu gegründeten Kirchenbauverein der Pfarre St. Cornelius für die Siedlung Königsforst in Auftrag gegeben, wurde 1953 - 54 mit seinen Nebenbauten (Pfarrhaus mit Kaplanei und Jugendheim) nach Plänen von Friedrich (Fritz) Schaller (1904-2002) errichtet.

Der äußere Baukörper wie auch sein Inneres wird entscheidend von dem durchlaufenden Satteldach geprägt, das über den querschiffartigen Raumteilen im Norden und Süden weit heruntergezogen wurde. In Entsprechung zur äußeren Struktur gliedert sich der Innenraum in

  • Eingangshalle
  • Hauptkirche
  • Taufkapelle
  • Werktagskapelle
  • Sängerchor

wobei die beiden nördlichen Kapellen-Zungen, mit einem Kreuzweg verbunden, einen Gartenhof ("hortus conclusus") umschließen.

Diese offene Raumkonzeption trägt dem damals aufkommenden Bedürfnis nach freierem Liturgiehandeln Rechnung. Charakteristisch für Schallers Raumlösungen ist die auch hier erfolgte Unterteilung des Inneren durch Stützenstellungen als ein abgewandeltes Element der Gotik, wobei die schlanken kreuzförmigen Stahlbetonstützen hier mit Rippen in die glatte Betonfläche des Daches eingreifen.

Die besonders qualitätvolle Innenausstattung, die in den 60er und 70er Jahren ergänzt wurde, so etwa 1962 durch die Kreuzwegstationen von J. Hoentgesberg, bildet mit der Raumkonzeption eine Einheit. Zentrale Bedeutung kommt hier dem einfachen, in der Vierung über dem Altar hängenden Holzkreuz zu, dessen Gestaltung mit dem silbergetriebenen Corpus von H. J. Heppekausen Rücksicht auf die es von drei Seiten umgebende Gemeinde nimmt.

Die Rather Erlöserkirche, die mit ihren Gemeindegebäuden in direktem baulichen Zusammenhang steht, fügt sich harmonisch in die offene Bebauung der hauptsächlich in den 50er Jahren auf dem Gelände "Im Wasserblech" entstandenen Wohnsiedlung ein. Dabei setzt der im Süden des Gebäudes errichtete freistehende Glockenturm einen markanten, die Signifikanz betonenden Akzent. Die Kirche mit ihren Nebenbauten wird somit nicht nur als wichtiges Werk des Architekten Schaller, der hier den bereits 1952 bei der Christ-König-Kirche in der Gartenstadt Nord verwirklichten Typus weiterentwickelt, sondern auch als bedeutender Beitrag zur Sakralarchitektur der 50er Jahre in Köln zum unverzichtbaren Dokument.

Referenz: 1003


Das Denkmal hat die Nummer 6294 und ist seit dem 25. November 1991 geschützt.

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