Wohn- und Geschäftshaus

Aachener Str. 63, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1890


Teil einer spiegelsymmetrischen Doppelhausanlage

  • vier Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss, rückwärtig seitlicher Anbau
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: Neo Rrenaissance

 

Fassade

  • Erdgeschoss weitgehend verändert
  • Fenster weitgehend original
  • Haustür original
  • ehemalige Ladentür weitgehend verändert
  • Sachgeschoss mit neueren Dachflächenfenstern

 

  • Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend in zweifarbigem Backstein
  • Fenster und Tür weitgehend original


Inneres

Im Innern original erhalten:

im Vestibül

  • Marmorboden
  • Holzvertäfelung der Wand in der Sockelzone
  • Wandstuck (mit Relief)
  • Deckenstuck
  • Stuck am Stützbogen
  • im Flur
  • Marmorboden
  • Holztreppe mit
  • gedrechseltem Holzgeländer
  • Antrittspfosten
  • weitgehend Wohnungseingangstüren
  • Reste von Deckenstuck
  • einige Wandlampen
  • in den Wohnungen
  • einige Zimmertüren mit Laibungen
  • teilweise Stuckdecken.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher Str. und Zülpicher Str. das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung.

Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und im wesentlichen 1885-95 bebaut.

Das Haus Nr. 63 wurde um 1890 während dieser Hauptbebauungsphase errichtet und ist integraler Bestandteil der auf dieser Seite der Aachener Straße weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Gleichzeitig bildet das zusammen mit seinem Nachbarhaus (Nr. 61) als spiegelsymmetrische Doppelhausanlage konzipierte o. g. Gebäude mit diesem ein Ensemble.

Bei der Fassadengestaltung, die Stilelemente der Renaissance aufgreift, weisen beide Häuser eine besondere Betonung des ersten Obergeschosses auf. Diese Akzentuierung, vor allem durch die Pilaster und die Fensterverdachungen mit Dreiecks- und Rundbogengiebel, lässt erkennbar werden, dass sich hier einst das Hauptgeschoss des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen befand. Das o. g. Objekt, das das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, bewahrt trotz geringfügiger Veränderungen die Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Aachener Straße. Auch im Hinblick hierauf wird es somit zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur.

Referenz: 0021


Das Denkmal hat die Nummer 6265 und ist seit dem 30. Oktober 1991 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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