Wohn- und Geschäftshaus (ehem. Fabrikgebäude)

Burgunderstr. 26, 50677 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1900-03


  • vier Geschosse mit ausgebautem Dachgeschoß (mezzaninartig)
  • fünf Achsen
  • Backsteinfassade mit Putzelementen

 

  • bis in die Dachzone reichende Wandvorlage in der rechten und linken Achse (ab dem zweiten Obergeschoss)
  • reich gegliederte zweifarbige Backsteinfassade mit Putzelementen
  • Fenster weitgehend verändert
  • Eingangstüren teilweise original

 

Rückseite und seitlicher Anbau

  • rückwärtig anschließender Turm auf runden Grundriß
  • zweifarbiger Backstein mit Gliederungen
  • seitlicher Anbau nach Kriegszerstörung teilweise verändert wiederaufgebaut und mit neuerer Dachterrasse)
  • Fenster, ehemalige Ladeluken und Türen weitgehend verändert

 

Im Innern original erhalten:

  • Flur
  • Terrazzotreppe weitgehend mit schmiedeeisernem Geländer
  • Holztreppe mit Holzgeländer und Antrittspfosten ins Dachgeschoß
  • 2 Wohnungseingangstüren (mit Laibungen)
  • Wohn- und Geschäftsräume
  • weitgehend gemauerte (teilweise auch stuckierte) Kappendecken auf Stahlstützen

 

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtig anschließende, einen Innenhof umbauende eingeschossige Anbau mit Flachdach (Kindergarten).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen, für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand in der südlichen Neustadt zwischen Eifelstr. und Zülpicher Str. ein kleinbürgerliches Wohnviertel mit in der Regel weniger aufwendig gestalteten Mietshäusern.

Die Burgunderstraße, vor der Stadterweiterung Teil des Glacisweges, wurde im wesentlichen um 1890-95 bebaut. Das Haus Nr. 26 gehört zu den wenigen Zeugnissen der Erstbebauung, die sich an der Burgunderstraße erhalten haben. Um 1900-1903 errichtet, prägt das Gebäude, in dem sich ursprünglich eine Mützenfourniturenfabrik befand, hier noch heute maßgeblich das Straßenbild.

Charakteristisch für die Industriearchitektur der Jahrhundertwende ist die zweifarbige Backsteinfassade, die beim o. g. Objekt durch Wandvorlagen, Lisenen mit Rundbogenfries und Gesimse besonders aufwendig gestaltet worden ist. Auf diese Weise erfolgt eine Anpassung an die es umgebende Wohnbebauung. An der Rückseite weisen noch die Ladeluken, im Innern die Kappendecken mit den Stahlstützen auf die ursprünglich gewerbliche Funktion des Gebäudes hin.

Das o. g. Objekt, das das historische Erscheinungsbild an die Burgunderstraße bewahrt, wird somit, auch im Ensemble mit den weiteren denkmalwerten Gebäuden (Nr. 49, 22, 28), zum unverzichtbaren Dokument und trägt wesentlich zum Verständnis der Industriearchitektur zur Zeit der Jahrhundertwende bei.

Referenz: 0251


Das Denkmal hat die Nummer 6151 und ist seit dem 21. August 1991 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus (ehem. Fabrikgebäude)> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben