Wohn- und Geschäftshaus (ehem. Wohnhaus)

Aachener Str. 53, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: 1884 (inschriftlich datiert)


  • drei Geschosse, Souterrain und ausgebautes Dachgeschoß
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: vorwiegend  Neo Renaissance

 

  • Mittelachse mit Türmchen und davor liegender Gaube sowie oben angebrachter schmiedeeiserner Wetterfahne
  • Betonung der Mittelachse auch durch
  • flache Wandvorlage (ab erstem Obergeschoss)
  • Balkon auf rundem Grundriß (erstes Obergeschoss)
  • Souterrain teilweise verändert
  • Fenster in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert
  • Eingangssituation mit der Treppe und der Haustür original

 

Rückseite und seitlicher Anbau

  • backsteinsichtig
  • orig. Terrasse mit Balustrade (neuere Überdachung)
  • Fenster verändert.

 

Im Innern original erhalten:

  • Vestibül
  • Marmor- und farbiger Fliesenboden
  • Marmortreppe mit 2 Messinghandläufen
  • Zwischentür (mit orig. geschliffenen Glasscheiben und Messinggriff)
  • Reste von Deckenstuck
  • Flur
  • farbiger Fliesenboden
  • Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten (auch ins Souterrain)
  • weitgehend Wohnungseingangstüren
  • Deckenlampe (im Hochparterre)
  • in den Wohnungen weitgehend
  • Zimmertüren mit Laibungen
  • teilweise Deckenstuck.

Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige Garten mit den Einfriedungsmauern. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die 1-geschossige Hinterhofüberbauung mit Flachdach (Büroräume).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher Str. und Zülpicher Str. das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und im wesentlichen in den Jahren 1885-1895 bebaut.

Das 1884 errichtete Haus Nr. 53 gehört zu den besonders frühen Zeugnissen der Neustadtbebauung und ist integraler Bestandteil der auf dieser Seite der Aachener Straße weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Wie seine etwas später entstandenen, fassadenähnlichen Nachbargebäude Nr. 43-47 variiert es das für Köln typische Dreifensterhaus.

Durch seine aufwendig und abwechslungsreich gegliederte Fassade, die vorwiegend Stilelemente der Renaissance aufgreift, hebt es sich dabei besonders hervor. Über dem rustizierten Sockel mit dem Hochparterre tritt die als gestalterische Einheit behandelte Mittelachse mit Balkon, Wandvorlage und oben abschließenden Turmhelm in den Vordergrund. Das o. g. Gebäude, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und das historische Erscheinungsbild an der Aachener Straße bewahrt, wird somit zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur in Köln.

Referenz: 0017


Das Denkmal hat die Nummer 6146 und ist seit dem 21. August 1991 geschützt.

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