Wohn- und Geschäftshaus

Aachener Str. 30, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1885


  • vier Geschosse
  • drei Achsen
  • Stuck- und Backsteinfassade
  • Stil: Neo Renaissance

 

  • flache Wandvorlage (erstes bis drittes Obergeschoss)
  • Balkon auf rechteckigem Grundriß (zweites Obergeschoss) in der Mittelachse
  • Balkon auf gerundetem Grundriß mit weitgehend orig. schmiedeeisernem Brüstungsgitter in der linken Achse des Obergeschosses
  • Erdgeschoss verändert
  • Fenster und Balkontüren weitgehend original
  • Laden- und Haustür verändert.

 

  • Rückseite weitgehend backsteinsichtig
  • seitlicher Anbau weitgehend verputzt
  • Fenster weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert
  • Türen teilweise original
  • Zugang zum Keller teilweise verändert.

 

Im Innern original erhalten:

  • im Flur Reste von Bodenfliesen,
  • weitgehend ältere Wandfliesen (Erdgeschoss)
  • Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten
  • einige Wohnungseingangstüren
  • teilweise Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe
  • im Ladenlokal weitgehend Boden- und Wandfliesen (Wandfliesen mit farbigen Jugendstilornamenten),
  • Holzschiebetür mit Laibung
  • in den Wohnungen
  • weitgehend Zimmertüren mit Laibungen
  • teilweise Holzfußleisten

 

im Treppenhaus des seitlichen Anbaus Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige an den seitlichen Anbau anschließende eingeschossige Anbau mit Flachdach.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 3 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetz (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher Str. und Zülpicher Str.das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung.

Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und ab 1885 bebaut. Das Haus Nr. 30, das zu den frühen Zeugnissen der Erstbebauung gehört, ist integraler Bestandteil der in diesem Abschnitt der Aachener Straße - zwischen Brabanter Str. und Brüsseler Str.- weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile.

Dabei hebt es sich durch seine außerordentlich reich gestaltete Stuck- und Backsteinfassade, die Stilelemente der Renaissance aufgreift, besonders hervor. Stärker akzentuiert ist hierbei vor allem die Mittelachse mit der zum Teil von Halbsäulen begrenzten Wandvorlage, dem Balkon und der hier reicher gegliederten Traufzone. Lediglich der in der linken Achse des ersten Obergeschosses befindliche Balkon mit dem schmiedeeisernem Brüstungsgitter unterbricht die ansonsten axialsymmetrische Ausrichtung der Fassade. Das o. g. Gebäude, in dessen Erdgeschoß sich fast vollständig ein originales Ladenlokal erhalten hat, wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das noch heute das historische Erscheinungsbild der Aachener Straße anschaulich macht und wesentlich zum Verständnis der gründerzeitlichen Architektur beiträgt.

Referenz: 0031


Das Denkmal hat die Nummer 6145 und ist seit dem 21. August 1991 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben