Geschäftshaus (Mantelhaus Goertz)

Brückenstr. 2-4, 50667 Köln - Altstadt-Nord weitere ...
Errichtet: um 1955


Eckhaus zur Brückenstr. (Altstadt-Nord)

Architekten: Brüder Bunge  Günter Bunge (1920-)

  •       Hans Bunge (1903-1992)
  • vier Geschosse, zurückgesetztes Dachgeschoss
  • Rasterfassade

 

Fassade/Aufbau

  • Stahlbetonskelettbau auf winkelförmigem Grundriß mit zwei Geschäftsfronten
  • zurückgesetztes Dachgeschoß mit
  • davorliegender Dachterrasse (orig. Brüstungsgitter sowie org. seitliche abgeschrägte Abschlüsse)
  • vorkragendem Flachdach
  • innengelegener Lichthof ab zweitem Obergeschoss
  • Rasterfassaden mit Glas-Aluminium- und Mosaikfeldern (seitliche Abschlüsse mit kleinteiliger Natursteinverblendung)
  • Erdgeschoss verändert (Gebäude ursprünglich mit Passage von der Hohe- zur Brückenstraße)
  • Schaufenster verändert
  • sonst Fenster mit dem im Brüstungsbereich verlaufenden Gitterschutz weitgehend original,
  • Eingangstüren verändert
  • Dachterrassentüren weitgehend original

 

Inneres

Im Innern original erhalten:

  • im Treppenhaus Bodenbelag mit Solnhofener Platten
  • Stahlbetontreppe mit
  • Belag aus Solnhofener Platten
  • Metallgeländer
  • Mipolamhandlauf
  • eine Abschlußtür (verglaster Stahlrahmen mit Messinggriff)
  • Fensterbänke (Solnhofener Platten)
  • im Bereich des Lichthofes kreuzförmig angeordnete Stahlträger (über dem ersten Obergeschoss) mit darauf aufgesetzter Stahlkonstruktion eines Glasdaches (Verglasung erneuert)

 

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der 1geschossige neuere Dachaufbau mit Flachdach an der Seite zur Brückenstraße.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet.

Die auf eine römische Straßenanlage zurückgehende Hohe Straße bildet mit der Schildergasse den rechten Winkel der Hauptgeschäftsstraßen in der Kölner Altstadt. Bereits im 19. Jahrhundert war die Hohe Straße eine "moderne" Basarstraße mit Passagen und entwickelte sich zusehens zum bevorzugten Standort großer Kauf- und Warenhäuser. Das o. g. Gebäude wurde um 1955 nach Plänen der Kölner Architekten Brüder Bunge: Günter Bunge (1920-) Hans Bunge (1903-1992) anstelle kriegszerstörter Vorgängerbauten der Gründerzeit im Kreuzungsbereich Hohe Straße/Brückenstr. (Altstadt-Nord) (ehemals "An den vier Winden") errichtet.

Das als "Mantelhaus Goertz" erbaute Geschäftshaus besitzt sowohl an der Hohe Straße als auch an der Brückenstraße eine elegant wirkende Rasterfassade, bei der die schwarzen Opakglasflächen im Brüstungsbereich der bänderartig gereihten Fenster sowie der hier angebrachte dekorative Gitterschutz Akzente setzen. In Entsprechung zu einer, für die Architektur der 50er Jahre charakteristischen Materialvielfalt besitzt das o. g. Objekt neben den zentralen, durch die Aluminiumrahmung gegliederten Fensterflächen auch eine lichte Kleinmosaikfassade. Diese stellt gleichsam einen dezenten und wirkungsvollen Rahmen für das elegante Textilgeschäft her.

Indem das o. g. Objekt ursprünglich über eine, die Hohe Straße mit der Brückenstr. (Altstadt-Nord) verbindende Passage verfügte, griff es nicht nur ein wichtiges Element der Architektur der 50er Jahre zur Herstellung von Stadtraumintimität auf, sondern knüpfte auch an die Tradition der Vorkriegsbebauung, etwa an die 1863 hier angelegte Kaiserin-Augusta-Halle, einer Passage zur Entlastung der Hohe Straße, an.

Trotz einiger Veränderungen wird das o. g. Geschäftshaus mit seinen abwechslungsreich und vielfältig gestalteten Fassaden, auch als besonders qualitätvolles Beispiel für die Architektur der 50er Jahre, zum unverzichtbaren Dokument, das noch heute den Wiederaufbau an der Situation Hohe Str./Brückenstr. (Altstadt-Nord) veranschaulicht.

Referenz: 0484


Das Denkmal hat die Nummer 6136 und ist seit dem 10. Juli 1991 geschützt.

Denkmal <Geschäftshaus (Mantelhaus Goertz)> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben