Wohnhaus

Am Südpark 8, 50968 Köln - Marienburg
Errichtet: 1954/55


 Architekt: Wilhelm Denninger (1899-?)

  • zwei Geschosse
  • Putzfassade


Fassade/Aufbau

  • freistehender kubischer Bau auf rechteckigem Grundriß
  • flaches Satteldach
  • breite straßenseitige Front
  • Hauseingang mit weit auskragender Überdachung
  • originale Haustür
  • schmales Fensterband im Obergeschoss

 

  • schmale Seitenfront links: Nebeneingang

 

  • schmale Seitenfront rechts
  • Balkon in Hausbreite mit
  • Brüstungsmauer
  • schmalem Geländer
  • dahinterliegendes OG in der Flucht zurückspringend

 

Rückfront

  • asymmetrisch versetzte und einseitig geschwungene Terrassenüberdachung auf Stützen
  • breites Panoramafenster (Versenkfenster)
  • alle Fenster original

 

Inneres

Im Innern original erhalten

  • im Erdgeschoss
  • Parkettböden
  • Heizungsverkleidung mit Natursteinabdeckung
  • Zimmertüren (Beschläge verändert)
  • Steintreppe (mit Teppich belegt)

 

Bestandteile des Denkmals sind auch

  • die Garage
  • die Gartenanlage mit Vorgarten und Natursteinpflasterung (Muschelkalk) im Terrassen- und Eingangsbereich
  • die Einfriedung.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.

Das 1954/55 nach Entwürfen des Architekten Wilhelm Denninger (1899-?) errichtete Wohnhaus mit seiner auf Transparenz, Öffnung und Miteinbeziehung der Natur bedachten Architektur stellt eine deutliche Abkehr vom konventionellen Hausbauen dar. Der klare sachliche, von Konstruktion und Funktion entwickelte Aufbau des Hauses weist auf die moderne Architektur der 20er Jahre zurück; Gestaltungselemente und Wohnideen des "Neuen Bauens" werden hier mit den beschwingten Formen der 50er Jahre zu einem neuen Ganzen verbunden.

Die Straßenfront wird lediglich durch die scharf einschneidenden Fensteröffnungen - ein durchgehend schmales Fensterband im OG und akzentuierende Felder im EG - gegliedert und läßt in ihrem asymmetrischen Aufbau Assoziationen an abstrakte Malerei aufkommen. Zu einem wesentlichen Gestaltungsmerkmal werden dabei auch die Fenstergitter, deren Gliederung in der Grundstückseinfriedung weitergeführt wird.

Vorbildlich mag auch das Privathaus von Dominikus Böhm (1880-1955) gewirkt haben, welches in unmittelbarer Nachbarschaft bereits 1931 entstanden ist. Für die Stadt Köln ist das Haus, ähnlich wie die Privathäuser von Gottfried Böhm (1920-) und Oswald Mathias Ungers (1926-2007) eines der wichtigsten Zeugnisse für moderne Architektur nach 1945 - vergleichbar mit den im Sinne des Bauhauses gestalteten Häusern von Hans Schumacher (1891-1982) aus den 20er Jahren am Rodenkirchener Rheinufer. Bedeutsam ist es aber auch durch seine exponierte Lage unmittelbar am Südpark, auf die der Architekt in seiner Konzeption sensibel eingeht und gewissermaßen eine Verbindung von Natur und Architektur schafft. Nicht zuletzt ist das Haus ein wichtiges Zeugnis für das Schaffen des im Bonner Raum sehr bekannten Büros Denninger (u. a. Stadthalle Bad Godesberg und zahlreiche Bundes- und Verwaltungsbauten).

Referenz: 0835


Das Denkmal hat die Nummer 6135 und ist seit dem 9. Juli 1991 geschützt.

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