Büro- u. Geschäftshaus/ Blau-Gold-Haus u. Kristallpassage m. Ladeneinbauten

Domkloster 2, 50667 Köln - Altstadt-Nord weitere ...
Errichtet: 1952


Architekt: Wilhelm Koep (1905-1999)

sechs Geschosse

  • Stahlskelettkonstruktion mit dekorativ gestalteter Glas-Aluminium-Vorhängefassade zu Domkloster und Wallrafplatz
  • Vordach über dem Ladenbereich im EG
  • Flachdach mit allseitig leicht auskragender Dachplatte

 

Äußeres

  • Rückseite verputzt, mit weitgehend verglastem Treppenhausrisalit mit Balkonen (orig. Geländer)
  • Fenster und Türen am Risalit original, ansonsten Fenster verändert;
  • Eingänge Domkloster und in der Kristall-Passage original
  • Ladentüren zum großen Teil erneuert bzw. verändert
  • Türen des 4711-Geschäftes (mit Windfängen) sind original.
  •  Firmenzeichen auf der Wand links neben dem Treppenhausrisalit

Inneres

original erhalten

 

  • Pförtnerloge im EG
  • Treppenhaus
    • Handläufe
    • Wände mit Glasplattenverkleidung
    • Böden und Auftritte mit Solnhofener Platten
    • farblich abgesetzte Stoßtritte und Sockel

     

  • Korridorabschlüsse
  • Gestaltung des Aufzugs
  • Teile der Innenausstattung des 4711-Geschäftes.

 

 

Das Blau-Gold-Haus wurde gleichzeitig mit der bis heute eingeschossigen "Kristall-Passage" erbaut, die ursprünglich in einem Guß mit dem Haus Domkloster 2 entstehen sollte und in der sich der zweite Zugang zu diesem befindet.

Kristall-Passage (Wallrafplatz 6)

erbaut: 1952

Architekt: Wilhelm Koep (1905-1999)

  • eingeschossige Passage mit Flachdach
  • geschwungene Schaufenster an Vitrinen und Läden
  • Läden original
  • Fenster- und Türeinfassungen goldfarben
  • schwarze Glasfliesen als oberer und unterer Ladenabschluß
  • originaler Eingang zum Blau-Gold-Haus; mit gerundeten, mit schwarzen Glasfliesen verkleideten Laibungen, in denen sich je eine kleine runde Vitrine befindet (mit goldfarbener Einfassung)
  • über dem Eingang außerdem originaler Schriftzug "Blau-Gold-Haus", bestehend aus verschiedenfarbigen Neonschnüren.

 

 

Wegen der vielfältigen Keller- und Fundamentunterschiede und zur leichteren konstruktiven Anbringung der Licht-Werbefassade in Blaugold mit ausladendem Dachüberstand wählte man eine Stahlkonstruktion. Mit der vorgehängten, aus Glas, Stahl und Aluminium bestehenden Fassade, deren zahlreiche dekorative Elemente gemäß der Planung nach Einbruch der Dunkelheit indirekt hinterleuchtet werden, gelang es dem Architekten, dem "Lustvollen und Duftigen" des Kölnisch Wassers bei Tag und Nacht in eindrucksvoller Weise Gestalt zu verleihen.

Die aufwendige Gestaltung setzt sich auch im Innern des Gebäudes - etwa im Treppenhaus - fort.

Das Blau-Gold-Haus wird somit zu einem wichtigen Zeugnis für die große gestalterische Bandbreite im Werk eines der bedeutendsten Kölner Architekten der Nachkriegszeit und ist zugleich als Inbegriff der dekorativen 50er Jahre-Architektur, die vielerorts einem nüchternen, "zeitgemäßen" Erscheinungsbild weichen mußte, unbedingt erhaltenswert.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, geraten als inzwischen abgeschlossene Architekturepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten oder Baukomplexe von hoher baukünstlerischer Qualität, die von den Architekten oftmals im Sinne eines "Gesamtkunstwerks" durchgestaltet wurden. Zu diesen zählt das nach Plänen von Wilhelm Koep auf den Keller-Ruinen des ehem. Savoy-Hotels errichtete Blau-Gold-Haus.

Referenz: 0854


Das Denkmal hat die Nummer 6119 und ist seit dem 18. Juni 1991 geschützt.

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