Hofanlage

Dresenhofweg 57, 50765 Köln - Volkhoven/Weiler
Errichtet: 1771


Der Dresenhof, am Ortsrand von Weiler, ist ein herausragendes Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist der noch in originaler Nutzung erhaltene Hof als Denkmal der Wirtschaftsstruktur Weilers, das erst 1922 als Teil der Bürgermeisterei Worringen nach Köln eingemeindet wurde. Das Ortsbild des bis dahin vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Dorfes ist noch immer von mehreren Hofanlagen bestimmt (Georgshof, Hirschhof), von denen fast alle älteren Ursprungs sind und ehemals Kölner Klöstern und Stiften gehörten. Auf diese Weise ist auch der große Dresenhof ein besonderes, historisches Identifikationsmerkmal für den Ort und seine Bewohner.

Herrenhaus

  • zwei Geschosse
  • dreizehn Achsen (in mehreren Teilen)
  • drei (ursprünglich vier) Eingänge
  • Satteldach
  • Backsteinmauerwerk

Architekturgeschichtliche und künstlerische Bedeutung hat vor allem das zur Straße giebelständige, zweigeschossige, satteldachgedeckte Herrenhaus des 18. Jahrhunderts (1771). Aus mehreren Teilen bestehend hat es dreizehn Fensterachsen und drei (ursprünglich vier) Hauseingänge (Sprossenfenster der Altausstattung, Haustüren entstellend erneuert). Die Fenster und Türen sind mit leicht profilierter, schwärzlicher Basaltlava gerahmt; darüber je ein Entlastungsbogen (scheitrechter Sturz) im ansonsten undekorierten, roten Backsteinmauerwerk. Zu den Gärten der Außenseite mehrere neuere Fenster und Türdurchbrüche. An der zweiachsigen Giebelseite das Wappen der Stdt Köln; Wandgliederungen durch Eckpilaster und Dachgesims (vorgezogene Backsteinfriese).

Hofanlage

  • geschlossenes Geviert
  • Lagerhäuser, Schuppen, Stallungen, offene Schuppen

Die übrige Hofanlage sonst im Äußeren weitgehend original erhalten; im geschlossenen Geviert (mit modernem Stahltor) mehrere, vieltorige Lagerhäuser, Stallungen, offene Schuppen

große Scheune, 1808 datiert

  • offene gemauerte Bogentore
  • hoher offener Dachstuhl

Die beherrschende, 1808 datierte große Scheune aus Backstein mit zwei großen, offenen, gemauerten Bogentoren und offenem, hohen, auf Mittelständern stehenden Dachstuhl. Im Inneren der Hofgebäude teilweise nutzungsbedingte Neueinbauten sowie Geschoßtrennungen durch moderne Betondecken oder ältere Preußische Kappen auf Gußeisenstützen des 19. Jahrhunderts.

Städtebaulich bedeutsam ist die breit gelagerte Hofanlage aus Backstein in Bezug auf kleinere, historische Backsteingebäude (19. Jahrhundert) der anderen Straßenseite sowie insgesamt in der sicht- und nachvollziehbaren Anbindung an den gegenüber liegenden, historischen Ortskern mit der Kirche Alt St. Cosmas und Damian und dem Georgshof in einer muldenartigen Geländesenke; von dort ist der Dresenhof ein unersetzlicher, markanter Blickfang, der die historische Ortsgestalt erfahrbar macht.

Referenz: 3114


Das Denkmal hat die Nummer 486 und ist seit dem 1. Juli 1980 geschützt.

Denkmal <Hofanlage> bearbeiten
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