Villa

Parkstr. 1-5, 50968 Köln - Marienburg
Errichtet: 1913/14


Architekt: Paul Pott (1882-1966)

  • zwei Geschosse (Haupthaus) ein Geschoss (Flügelbauten)
  • Art der Fassade: Werkstein, Putz,Fachwerk
  • Stil: englischer Landhausstil

 

Aufbau/Fassade

Die Villa ist für den Geheimrat J. Neven Du Mont errichtet worden.

Durch die Anbauten wird eine Ausdehnung des niedrigen Baukörpers in die Breite erreicht.

Die differenzierte, detailreiche Fassadengestaltung wird unterstützt durch den Wechsel der Materialien

  • Haustein im Sockelbereich
  • Werkstein und gelber Sandstein im Erdgeschoß
  • Putz und Holz im ersten Obergeschoss und im Giebelbereich

 

Unterschiedliche Schmuckformen 

  • Gesimse
  • Friese
  • Holzpilaster
  • Kragsteine
  • vorgeblendetes Fachwerk im Giebel

gliedern die Fassade.

Die Fenster, die vor allem am Haupthaus durch Rahmung und eingestellte Säulchen betont werden, weisen die unterschiedlichsten Formen auf, sie sind jedoch alle mit regelmäßigem Sprossennetz versehen.

Eine reich gestaltete Dachlandschaft mit Walm- und Giebeldächern in Biberschwanzeindeckung und Dachhäuschen zur Belichtung des ausgebauten Dachgeschosses überfängt den verwinkelten Baukörper, dessen Seitenflügel z. T. noch mit einem "Fußwalm" akzentuiert werden.

Die rückwärtige Fassade öffnet sich mit Terrasse und einem große Balkon auf ornamentierten Sandsteinpfeilern zum Garten hin und antwortet damit auf den repräsentativ gestalteten Eingansbereich. Eine Laube mit Rundbögen und darüberliegendem Balkon führt ins Hausinnere.

Inneres

Hier ist der Zustand zur Erbauungszeit noch weitgehend erhalten. Die für englische Landhäuser charakteristische große Eingangshalle als Zentrum des Hauses weist

  • Holzvertäfelungen
  • aufwendigen Deckenstuck mit der originalen Beleuchtung
  • das Holztreppenhaus

auf.

Auch in den weiteren Räumen zeugen

  • Parkett
  • Deckenvertäfelung
  • Deckenstuck
  • eingebaute Vitrinenschränke
  • ein Kamin mit Marmoreinfassung
  • Fliesen

von der ursprünglichen Wohnkultur.

 

Die großzügige Gartenanlage und die z. T. erhaltene originale Grundstückseinfassung vervollkommnen die ästhetische Einheit der Villa.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu jener der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist.

Die Villa Parkstr. 1 - 5 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.

Die Villa Parkstr. 1 - 5 ist in ihrer Gesamtkonzeption und der Detailgestaltung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität.

In der detailreichen Fassadengestaltung, der differenziert gestalteten Dachlandschaft, den konstrastierenden Fenstern und Türöffnungen in Verbindung mit dem Wechsel der Baumaterialien wird ein malerischer Gesamteindruck erzeugt. Die hocherrschaftlichen, großräumige Villenanlage ist stilistisch dem von Hermann Muthesius (1861-1927) beeinflußten englischen Landhausstil zuzuordnen, einer Architekturauffassung, die sich in Deutschland zu Anfang des Jahrhunderts bei den wohlhabenderen Bürgerschichten durchgesetzt hat.

Zusammen mit der im gleichen Stil errichteten Villa Leyboldstr. gehört der Bau zu den Hauptwerken des Architekten Paul Pott (1882-1966), der vor und nach dem 1. Weltkrieg bedeutende Villen in Marienburg errichtet hat. Aus o. g. Gründen ist die Villa Parkstr. 1 - 5 unbedingt erhaltenswert, als herausragendem Beispiel dieser Architekturepoche gilt diesem Haus das besondere Interesse der Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln.

Referenz: 7072


Das Denkmal hat die Nummer 4767 und ist seit dem 9. Dezember 1988 geschützt.

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