Wohn- und Geschäftshaus

Neusser Str. 87, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1903


 Eckhaus zum Krefelder Wall

  • vier Geschosse, ein später aufgesetztes Dachgeschoß,
  • fünf Achsen zur Neusser Straße sieben Achsen zum Krefelder Wall
  • Backsteinfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassade

  • Erdgeschoß zum Teil verändert (bis in Höhe der Fensterbrüstungen gefliest)
  • abgeschrägte Ecke mit Erker (erstes und zweites Obergeschoss)
  • Fenster erneuert

 

Rückwärtige Fassade:

  • Backstein
  • Innenhof zum Teil eingeschossig zugebaut

 

Inneres

  • Terrazzotreppenhaus mit
  • originalem Geländer
  • Absätze mit Terrazzo und Mosaik
  • Wandfliesen
  • Wand- und Deckenstuck
  • Wohneingangstüren (ab erstem Obergeschoss erneuert)
  • Wohnung im ersten Obergeschoss mit Stuckdecken (teilweise abgehängt). ,

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Wohn- und Geschäftshaus Neusser Str. 87 gehört als unverzichtbarer Bestandteil zur Kölner Neustadt. Die von Hermann Josef Stübben (1845-1936) geplante Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung Deutschlands. Das Viertel um die Agneskirche ragt durch seine städtebaulich besonders repräsentative Bebauung innerhalb der Neustadt heraus.

Die Straßen laufen sternförmig auf die Agneskirche zu und enden in besonders markanten Eckhäusern, für die das o. g. Objekt ein besonders herausragendes Beispiel ist. Es erscheint als profanes Pendant zur Agneskirche und zugleich als Abschluß der einseitig geschlossen erhaltenen ursprünglichen Bebauung am Krefelder Wall.

Die Häuser Krefelder Wall (Nr. 54 - 58) übernehmen Maßstab und Gliederung des Eckhauses, von dem sie sich jedoch in den Detailformen absetzen. Für den aus Nippes Kommenden war es der imposante Beginn der geschlossenen Bebauung Kölns. Der Backstein mit den als Werkstein gestalteten Stuckgliederungen verleiht dem Gebäude eine kräftige Farbigkeit und einen wahrhaft erscheinenden Charakter, der an die preußischen Befestigungsanlagen erinnert. Die Detailformen sind dabei der Entstehungszeit entsprechend der Renaissancearchitektur entlehnt. Das Material, Backstein mit Stuckgliederung, verweist auf Vorbilder in den Niederlanden und in Flandern.

Referenz: 6646


Das Denkmal hat die Nummer 4765 und ist seit dem 9. Dezember 1988 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben