Wohn- und Geschäftshaus

Engelbertstr. 12-14, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1895


  • 4 Geschosse
  • 8 Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Neo Renaissance

 

Fassade

  • spiegelbildlich komponiertes Doppelhaus mit
  • Gesimsgliederungen
  • ab erstem Obergeschoss Fugenschnittstruktur
  • Mittelbetonung durch Flachrisalit
  • verschiedene Fensterformen
  • originale Fenster mit Schnitzwerk
  • Erdgeschoß verändert.

 

Baugeschichtlich bedeutend ist das Doppelhaus als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Neorenaissance. Die ab dem ersten Obergeschoß im Fugenschnitt strukturierte Fassade wird horizontal gegliedert durch

  • gekröpfte Gurtgesimse
  • Sohlbankgesimse
  • Traufgesims (z. T. mit Konsolen)

 

Die Mitte der Fassade ist durch einen flachen Mauervorbau sowie durch andersartigen Dekor besonders hervorgehoben. Während die je zweiachsigen Seiten ab dem zweiten Obergeschoß mit dreieckförmigen und rundbogigen Verdachungsfeldern geschmückt sind, zeichnet sich der vierachsige Mittelteil durch je zwei eng beieinanderliegenden Fenster mit Masken- und Akroteriendekor unter rundbogiger, bzw. gebrochen rundbogiger Verdachung aus

Die Brüstungsfelder des zweiten Obergeschosses sind zusätzlich durch vegetabilischen Dekor betont.

Das erste Obergeschoß hebt sich von den geraden Fenstern der Obergeschosse ab durch

  • rundbogige Fensterformen (Mitte)
  • je ein breites Segmentfenster
  • je ein seitliches Blendfenster (Nische)

 

Die noch original erhaltene Fensterteilung mit Schnitzwerk vervollkommnet die ästhetische Einheit der Fassade, die - trotz der veränderten Erdgeschoßbereiche - als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem vom Aachener Professor Karl Henrici (1842-1927) und dem Kölner Stadtbaumeister Hermann Josef Stübben (1845-1936) 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Mauritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher urbanistischer Bestimmung entstehen.

In der Engelbertstraße, einer Parallelstraße zum Hohenstaufenring und im sogenannten "Westend" der Neustadt gelegen, entstanden neben Geschäfts- und Gewerbeeinrichtungen hauptsächlich Wohnungen für Bürger mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 7, 8, 9, 11, 17 das durch historisierende, jedoch meist individuell gestaltete Fassaden auch heute noch das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße vermitteln kann, und im Vergleich zu den Neu- und modernisierten Bauten der nahen Umgebung Wirken und Wandel historischer Prozesse anschaulich und erlebbar macht.

Referenz: 3471


Das Denkmal hat die Nummer 4731 und ist seit dem 14. November 1988 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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