Wohnhaus

Peter-Müller-Str. 1, 51063 Köln - Mülheim

Das o. g. Objekt bewahrt, wie auch die Nachbarbauten, die ursprüngliche Maßstäblichkeit der alten Rheinfront, wobei der 2-geschossige Kopfbau die Zerstörung des 2. Weltkrieges weitgehend überlebte. Das originale Mauerwerk des 18. Jahrhunderts wurde nach dem Kriege wieder aufgebaut und in etwa rekonstruiert. Die 3-Fensterfront zum Rhein ist mit einem Walmdach gedeckt, das auf einem Drempel aufsitzt. Hier wurde die Fassadengestaltung der Rheinfront Kölns symbolhaft aufgenommen. Der kleine Vorgarten ist mit einer verputzten Backsteinmauer eingegrenzt, verputzt wurde auch das o. g. Gebäude zusammen mit dem anschließenden, giebelständigen Haus Nr. 3, das im Innern mit dem Haus Nr. 1 verbunden ist. Fensterrunde Haustüren stammen, wie auch das nach altem Vorbild wieder errichtete Treppenhaus aus der Zeit der Rekonstruktion der 50er Jahre. Der Gewölbekeller aus Backstein ist in das 17. oder 18. Jahrhundert zu datieren. Zum Rhein hin, in Flutrichtung ist eine Madonna aus Sandstein in der Mauerecke des Erdgeschosses angebracht, sie ist in das 19. Jahrhundert zu datieren. Nach dieser Figur versteht sich die Beschriftung auf dem Gebäude "Marieneck".

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus Peter-Müller-Str. 1 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nordöstlich Kölns gelegenen Kreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den Bergischen Grafen bald zu einer sogenannten "Freiheit" auf. Die weitere Entwicklung, insbesondere die Umwallung wurde von der freien Reichsstadt Kölns gewaltsam verhindert. Deshalb gewann Mülheim erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreae sich entwickelte. Im 19. Jahrhundert siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahn und Straßen, bedeutende Industrieunternehmungen auf dem Stadtgebiet an, so daß das kleinmaßstäbliche Straßengeviert innerhalb der eigentlichen Altstadt sich schnell zu weitreichenden gründerzeitlichen Vorstadtbereichen ausdehnte.

Die in der alten Gestaltung wieder aufgebaute Peter-Müller-Straße liegt im Kernbereich der Altstadt Mülheims und bewahrt in ihrer Maßstäblichkeit die Gestaltungselemente des 18. Jahrhunderts, die Vogts in seinem Aufsatz die Mülheimer Altstadt beschrieben hat. Die ursprüngliche Kohlgasse, nach den dort verladenden Kohlen benannte Wohnstraße für kleine Handwerker, wurde nach einem großzügigen Förderer Mülheims umbenannt. Das Ensemble ist für die Ansicht vom Rhein her besonders bedeutend und schützenswert.

Referenz: 7124


Das Denkmal hat die Nummer 4658 und ist seit dem 27. Juni 1988 geschützt.

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