Wohnhaus

Aachener Str. 2, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1885


  • vier Geschosse, zusätzliches Dachgeschoss
  • drei Achsen
  • Backsteinfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: Historismus

 

Fassade

Baugeschichtlich ist das traufständige Wohnhaus bedeutend durch die Bewahrung der Spuren der traditionellen Kölner Bauweise aus dem 19. Jahrhundert.

Die schmale  Wohnanlage mit Seiteneingang und regelmäßigen Abstand zwischen den Fenstern, die gekröpften Gesimse und besonders die Grundrisse von Etagenmietwohnungen und das Hausinnere überhaupt, bewahren den Nachlass der Bauten von Biedermeier- und Klassizismusepoche.

Durch seine Fassadenausstattung versucht jedoch das sonst bescheidene Wohnhaus sich anspruchsvoll mit neuen kunstgestalterischen Tendenzen des aufkommenden Historismus auseinanderzusetzen. Jedes Stockwerk ist so betont anders ausgerichtet.

An die grobe Ornamentik des ersten Obergeschosses schließt eine korinthische Pilaster-zweier-Paarung, wobei das oberste Wohngeschoß die grobe Quader-Werksteingliederung des Erdgeschosses wiederholt. Der nicht verputzte Backsteinuntergrund erhöht dabei den dekorativen Effekt der prachtvollen Stuckornamentierung.

 

Im Inneren ist Kachelflies im Vestibül, die Holztreppe mit entsprechender Altausstattung, in den oberen Geschossen die Wohnungstüren und einzelne andere architektonische Details noch erhalten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung durchgeführt. In einheitlicher Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Dabei wurde die Hahnen-Torburg als Rest der mittelalterlichen als Ausgangs- usw. Endpunkt der Aachener Straße bewahrt. Diese war schon vor der Stadterweiterung eine Ausfallstraße nach Westen und sie wurde als Alleestraße während der Jahre 1885 - 1895 bebaut. Das Gebäude Aachener Str. 2 ist ein Zeugnis für die ursprüngliche Bebauung in der Nähe der Hahnentorburg zur Zeit der Stadterweiterung; es besitzt somit ortsgeschichtlich Bedeutung.

Städtebaulich steht heute das traditionelle noch Wohnhaus bei der Einleitung in die Aachener Straße nur vereinzelt. Obwohl der grundsätzliche Baurhythmus, teilweise auch das Proportionsgefühl und die Höhe der ganzen ursprünglichen Bebauung noch zu ahnen ist, bewahrt das o. g. Objekt bis zur Kreuzung mit der Brabanter Str., alleine das historische Erscheinungsbild des ehemaligen Straßenensembles gegenüber der Hahnentorburg.

Referenz: 0027


Das Denkmal hat die Nummer 4565 und ist seit dem 14. April 1988 geschützt.

Denkmal <Wohnhaus> bearbeiten
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