Wohnhaus

Krefelder Wall 42, 50670 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: um 1905


  • vier Geschosse, ausgebautes Dachgeschoss
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Werkstein- und Stuckgliederungen
  • Stil: Jugendstil

 

Fassade

Baugeschichtlich bezeugt Haus die Anwendung neuer stilistischer Elemente an der relativ sehr einfachen Fassade und dem betont funktionellen Rohbau. Die ausdrucksvolle Farbgestaltung hebt durch einfachen Farbkontrast die Verschiedenheit der angewandten Bausituation hervor.

An das im großen rustikalen Querschnitten gehaltene Untergeschoss mit dem schön gelösten Eingang, folgt das in Werkstein gegliederte erste Obergeschoß, wobei der farbige Rauhmörtelverputz die oberen zwei Geschosse abhebt und betont.

Die auf beiden Seiten mit Jugendstilornamenten geschmückten Lisenen vereinigen den sonst symmetrisch angelegten Bau mit Mittelrisalitbetonung zum ästhetisch wirksamen Einheitsbild. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns aussagekräftig die Proportionen, Wohnungs- und Geschoßteilung des Hauses.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das Haus ein Zeugnis der erweiterten Welle des Stadtausbaus von Köln nach der urbanistischen Neuplanung um 1881 nach den Plänen des Aachener Professor Karl Henrici (1842-1927) und des Kölner Stadtbaumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936).

Im Zeitraum von 1900 bis 1914 stieg die Stadtbevölkerung von 367 000 auf 635 000 Einwohner, wobei das größte Wachstum in dieser Zeit an das Gebiet der Neustadt konzentriert war. Für die in diesem Stadtteil von 80 000 auf 124 000 gestiegene Einwohnerzahl waren 119 000 neue Wohnungen gebaut. Der Krefelder Wall beweist die letzte Etappe dieser Ansiedlung. Bebaut in ganzen Wohnblocks einer Straße, ist sie die letzte von der radial um Eigelsteintor und Ebertplatz angelegten und parallel vom Ring und dem ersten Gürtel (die Innere Kanalstr.) verlaufenden monolitischen Wohnachsen.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines einheitlich aufgefaßten Gebäudeensembles. Die von Anfang der Straße (Nr. 38), bis zum Ende (Nr. 54) gereihten Häuser sind aufeinander sorgfältig abgestimmt in Maß, Proportionenen und der Fassadengestaltung, wobei besonders die rhythmische Hervorhebung einzelner Mittelrisalite ermöglicht die ganze, noch lückenlos erhaltene Straßenreihe, in ihren baugeschichtlichen, ästhetischen und funktionellen Zusammenhängen, wirksam zu erleben.

Referenz: 5437


Das Denkmal hat die Nummer 4560 und ist seit dem 13. April 1988 geschützt.

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