Wohn- und Geschäftshaus

Im Klapperhof 52, 50670 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: 1883 - 85


  • vier Geschosse
  • fünf Achsen
  • Stil: Neo-Renaissance

 

Baugeschichtlich aussagefähig ist das Traufenhaus als Beispiel einer Bauweise mit Stilelementen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance. Über dem z. T. diamantierten Polstermauerwerk des Haussockels sowie den länglichen rustizierten Quadern des Erdgeschosses wird die ansonsten in Fugenschnitten strukturierte Fassade durch gekröpfte doppelte Gesimse gegliedert. Die zwei mittig gesetzten, auf üppig verzierten Konsolen ruhenden Balkone (im ersten Obergeschoss dreiachsig, im zweiten Obergeschoss einachsig) auf einem sehr flachen dreiachsigen erkerartigen Vorbau formen die Fassade plastisch aus und sind den Regeln der traditionellen Symmetriegestaltung verpflichtet.

Die geraden Konsolgesimsverdachungen des ersten Obergeschosses sowie die geraden, spitzförmigen und segmentbogigen Fensterbekrönungen des zweiten Obergeschosses liegen auf gleicher Höhe mit den Gesimsgliederungen und verstärken die horizontale Ausrichtung der Fassade. Weitere Dekorakzente sind die kleinen schmiedeeisernen Schutzgitter der Fenster des dritten Obergeschosses sowie die bei der letzten Fassadenrenovierung wieder freigelegten Baluster der Balkonbrüstung (zweites Obergeschoss). Trotz der nicht gelungenen Rekonstruktion der Balkonbrüstung des ersten Obergeschosses verleihen die neuen, aber stilgerechten Fenster sowie die noch original erhaltene, zweiflügelige Haustür mit Schnitzwerk und schmiedeeisernen Schutzgittern der Fassade ihre ästhetische Einheit. Als konstruktiver Teil des Hauskerns veranschaulicht sie Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Die rückwärtige Fassade besteht aus Ziegelsichtmauerwerk mit originalem Fenster-, Tür- und Balkongitterbestand.

Im Innern des Gebäudes ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten:

  • farbige Fußbodenfliesen
  • Holztreppe mit gedrechseltem umlaufenden Geländer und Antrittspfosten
  • z. T. abgehängte Stuckdecken

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das heutige Wohn- und Geschäftshaus Zeugnis der nach 1881 von Hermann Josef Stübben (1845-1936) ausgeführten urbanistischen Stadterweiterung Kölns, die in ihren Auswirkungen auch das Gebiet der Altstadt umfaßte.

Der Klapperhof ist eine in den Hohenzollernring einmündende Straße und teilt sich in einen Neustadt- und einen Altstadtbereich. O. g. Objekt befindet sich schon im Neustadtbereich, der das gesamte Gebiet zwischen den inneren und den äußeren Wallstraßen umfaßt. Die Straßenbezeichnung "Im Klapperhof" geht auf einen der großen innerstädtischen Bauernhöfe zurück, die charakteristisch für das mittelalterliche Köln zwischen dem Römerstadt-Karree und der großen Stadtmauer waren. Seit dem 13. Jahrhundert nach den Namen der Pächter bzw. Eigentümer benannt, bürgerte sich seit dem Jahre 1617 durch den Pächter "Jakob Klapper" der Name "Klapperhof" ein.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als unverzichtbares Beispiel eines Gebäudeensembles und als eines von drei erhaltenen Denkmälern in diesem Straßenteilstück (Nr. 50 und Hildeboldplatz 1 a). Durch seine Erhaltung wird das ehemalige Erscheinungsbild der Straße bewahrt und rekonstruierbar.

Referenz: 4953


Das Denkmal hat die Nummer 4514 und ist seit dem 22. März 1988 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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