Büro- und Garagenhaus

Probsteigasse 12-18, 50670 Köln - Altstadt-Nord
Errichtet: 1910 - 1920


  • drei Geschosse, Attikageschoss
  • sieben Achsen
  • Putzfassade
  • Stil: frühe Moderne

 

Fassade

Baukünstlerisch ist das Gebäude  bedeutend, da es als eine der frühesten einfunktionellen Einrichtungen der aufkommenden Moderne zu bewerten ist. Statt an die Aufwendigkeit der Fassadendekorationen, setzte der Architekt auf klare plastische Durchformung der expressiv gestalteten schlichten Baukörperkuben. Die lang gezogene glatte Putzfassade mit eingeschnittenen hohen Fenstern ist durch zwei monumentale Eckrisalite zurückgedrängt, womit eine interessante ehrenhofartige Durchbildung entsteht.

Einer Reihe der Fenster des Mittelkörpers entsprechen dabei zwei zusammengefaßte und mit Parapetenfelder geschmückte kleinere Sprossenfenster der Seitenvorsprünge. Dem einzigen Gliederungselement der stark gekröpften Kranzgesimse mit Zahlschnittleiste des Hauptbaukörper, entsprechen nicht weniger als acht Brüstungseinschnitte in den Risaliten, wobei sich unter dem turmartigen Aufsatz der beiden Seiten noch weitere kräftige waagerechte Bänderungen befinden.

Die monumentale, in zwei Fensterbreiten gestaltete Einfahrt ist funktionell bedingt und führt zu den später hinzugebauten Hintertrakt mit mehrstöckigen Garagen.

Inneres

In den zwei Treppenhäusern der Seiteneingänge sind ursprüngliche Fenster, einige immer von Zwischenpodesten in das Büro- (Lager-) Trakt führende Türen, sowie die Terrazzotreppen aus der Erstbebauungszeit zu finden. 

 

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die reiche Geschichte der nord-westlichen Gebiete der Altstadt belegt und anschaulich macht. Schon die Benennung der Straße zeigt die enge Bindung der Gegend an die Stiftskirche St. Gereon. Domdechant Franz Egon von Fürstenberg, einer der großen Politiker des 17. Jahrhunderts benannte die Propsteigasse noch Sockengasse, später denn "Waisenhausgasse hinter St. Gereon", als nämlich aus der Propstei zeitwillig ein Waisenhaus geworden war.

Die besondere Betonung der Gegend mit funktionellen Einrichtungen bevorzugte die lockere Ansiedlung, begleitet von reichen Grünanlagen (der ehemalige Propsteigarten), die dann auch freien Platz für Neugründungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts anbieten konnten. Im Hinblick auf die unmittelbare Nachbarschaft zu wichtigen Ausfahrtsachsen der Gereonstr. und Gladbacher Str., waren hier schon vor der Stadterweiterung verschiedene Transport- und Kommunikationseinrichtungen bevorzugt angesiedelt.

Städtebaulich ist das o. g. Objekt wichtig gerade durch die späteren verschiedenartigen, oft schonungslosen Umbauten in der Nachbarschaft, die die einheitliche historische Wirkung der Gegend zerstört hatten. Das Erscheinungsbild der alten Straße ist heute so nur vereinzelt und punktuell ablesbar. Das steigert den Wert jedes gut Erhaltenen und Gestalt, zu denen unzweifelhaft auch das o. g. einfunktionelle Gebäude zählt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Referenz: 7275


Das Denkmal hat die Nummer 4484 und ist seit dem 9. März 1988 geschützt.

Denkmal <Büro- und Garagenhaus> bearbeiten
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