Wohnhaus

Gilbachstr. 11, 50672 Köln - Neustadt-Nord
Errichtet: 1889/1890


Architekt: Bernhard Nepker (?)

  • drei Geschosse
  • drei Achsen
  • Backsteinfassade mit Stuckgliederungen
  • Sti: Historismus, Neo Renaissance

 

Baugeschichtlich ist das  giebelständige Wohnhaus im Zusammenhang mit dem Nachbarhaus Nr. 9 und anderen, in der selben Zeit entstandenen Wohnhäusern zu betrachten.

Fassade

Mit Ausnahme einzelner unwesentlicher Zeitspuren der Zerstörung (so z. B. die Balkonbeseitigung, Giebelbeschädigung am Haus Nr. 9), handelt es sich um Zwillingshäuser, die die zeitgemäßen stilistischen Bemühungen klar zum Ausdruck bringen. An dem groß bossierten Erdgeschoß entfaltet sich ein Ziegelmaueruntergrund mit Stuckdecken im Stile der deutschen Renaissance. Die rhythmische Segmentgiebelbekrönung der Fenster entfaltet sich in der Verdoppelung des Motivs in der Giebelzone.

Im Inneren

Ein prachtvolles Portal mit korynthischen Halbsäulen führt über einige breite Marmorstufen zum herrschaftlichen Eingangsbereich des Hauses empor. Die Stuckmedaillons an der Wand, reicher plastischer Dekor und die kassettenartig geteilte Stuckdecke leiten das Treppenhaus mit einer besonderen Treppe zum Hintertrakt und einer zum Keller ein.

Im Kellerbereich ist noch ein Farbmosaikboden, an einzelnen Geschossen dann die noch erhaltenen Wohnungseingangstüren zu finden.

Die steile Holztreppe ist von einem Holzgeländer mit gedrechselten Balken und Antrittspfosten aus der Erbauungszeit begleitet. Die meisten Fenster, sowohl der Schauseite, wie in Rückfront, haben die ursprüngliche Rahmenteilung und Sprossengliederung beibehalten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem von Hermann Josef Stübben (1845-1936)und Karl Henrici (1842-1927) 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Gereonswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher Bestimmung entstehen.

Rasterförmig um die Verkehrsschneisen der Gereonstr. (Christophstr.) und Gladbacher Str. , die zu alten Ausfahrtsstraßen Kölns zählen, entstanden kleinere, topographisch klar ablesbare Wohnstraßen für Bewohner mit mittleren und gehobenen Ansprüchen. Zu diesen kann man auch die ursprüngliche Bebauung der Gilbachstraße zuordnen.

Städtebaulich strahlt das o. g. Wohnhaus durch seine wirkungsvolle Front und Einrichtung einen starken stilistischen Einfluß auf das ganze Straßenambiente aus. Einzelne Häuser der Straße treten miteinander in ein reiches kommunikatives System ein, das das Erscheinungsbild der Baugeschichte des 19. Jahrhunderts heute noch anschaulich und rekonstruierbar macht.

Referenz: 4039


Das Denkmal hat die Nummer 4477 und ist seit dem 9. März 1988 geschützt.

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