Wohn- und Geschäftshaus

Brüsseler Str. 17, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: 1902


  • fünf Geschosse, ausgebautes Souterrain-Gewerbe-Geschoß, Mansarddachzone
  • fünf Achsen
  • Stil: Neo Klassizismus

 

Fassade

Der risalitartige Vorsprung in der Mittelachse ist zwar nur angedeutet, die Symmetrie der Zentralreihe ist aber durch die an allen Geschossen verdoppelten Fenster errichtet. Auch der sonst sparsame Schmuck ist an den oberen drei Stockwerken in der Mittelachse zusammengezogen. Die betonten Wölbungen der Fensterverdachungen schließen die gleichmäßigen waagerechten Rahmungen links und rechts ab. Stark akzentuiert ist an der ganzen Fassade die Farbgliederung einzelner konstruktiver Elemente und von neuem die Hervorhebung der Mittelachse. Das erste Obergeschoss ist durch die zwei energisch gekröpfte Brüstungsgesimse nach oben und unten abgetrennt.

 

Im Hausinneren ist ein inkrustierter Terrazzoboden mit schwungvoller Treppenführung, ergänzt durch ein ornamentiertes Eisenfußgeländer, erhalten.

Nicht mehr Bestandteil des Denkmals sind die rückwärtige Fassade des Gebäudes und der seitliche Anbau („Hintertrakt“). Sie sind durch Nutzungsänderungen und daraus resultierenden Umbauten sowie Sanierungen grundlegend verändert worden: Bei einer Modernisierung wurden in allen Geschossen des Vorderhauses in je einem Raum Sanitärobjekte eingebaut, die eine Verkleinerung des Fensters zur Folge hatten, und die rückwärtige Fassade des Hinterhauses wurde verkleinert. Der Denkmalwert bezieht sich daher nur noch auf die Straßenfassade, das Satteldach des Vorderhauses und das Treppenhaus.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutz-gesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt bedeutend, weil es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von Karl Henrici (1842-1927) und Hermann Josef Stübben (1845-1936) 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Mauritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Brüsseler Straße entstanden, den repräsentativen Charakter des ganzen sog. Belgischen Viertels entsprechend, vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohn-ansprüchen.

Städtebaulich setzt sich das o. g. Wohnhaus von dem teilweise spiegelbildlich gedachten Nebenhaus (Nr. 15) und besonders von der üppigen Ausstattung des Eckhauses zur Jülicher Str., durch seine Bescheidenheit ab. In seiner Baumasse, Höhe und Propor-tion korrespondiert das o. g. Objekt im weiteren noch mit den Häusern Nr. 23-25 in Richtung zur Richard-Wagner-Str. (Neustadt-Süd). Es reiht sich so in das ganze noch teilweise erhaltene historische Straßenensemble ein und ermöglicht, das ehemalige Erscheinungsbild der Gegend erlebbar nachzuvollziehen.

Referenz: 2700


Das Denkmal hat die Nummer 4473 und ist seit dem 9. März 1988 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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