Wohnhaus

Einherierstr. 1, 51107 Köln - Rath/Heumar
Errichtet: 1937


Architekt: Theodor E. Merrill (1891-1978)

  • zwei Geschosse
  • Putzfassaden

 

Fassade

Das Gebäude besitzt eine Fassade, die nach allen Seiten achsial organisiert ist. Auf der Eingangsseite liegt im Erdgeschoß rechts und links der mit einem Segmentbogen überwölbten Eingangstür mit Werksteinumrahmung ein Fenster, das mit 2 Holzläden geschlossen werden kann. Ein gleiches Fenster liegt mittig über der Tür und wird zusätzlich von einer Dachgaube akzentuiert, die in dem relativ hohen Walmdach mit 2 flankierenden Schornsteinen angeordnet ist.

Das Motiv der mittig in der Dachebene aufgesetzten relativ kleinen Gaube wiederholt sich nach allen Seiten, allerdings wird zum Garten hin die Fassade im Erdgeschoss von breiten Fensteröffnungen, im ersten Obergeschoss von drei gleichartigen Fenstern ohne Klappläden durchbrochen.Zum Wald hin ist eine eingeschossige Veranda angebaut, die sich zu einem großzügig angelegten, mit einheimischen Bäumen bepflanzten Garten öffnet.

Über dem Eingang ist die Inschrift WELTVREDEN angebracht, die die Erinnerung des Erbauers an seinen Aufenthalt als Konsul in Djakarta (Indonesien) wachhält.

Inneres

Auch im Innern wird die Erinnerung in der Bezeichnung des sogenannten Indienzimmers zum Garten und des Chinazimmers zur Straße hin lebendig gehalten. Die Ausstattung ist aus der Zeit und verrät die Affinität zum einheimischen Material und gediegener Verarbeitung.

Aus der mit Solnhofer Platten belegten Eingangshalle führt eine weiß gestrichene Holztreppe in das obere Schlafgeschoß.

 

Die in den Außenansichten relativ streng durchgeführte Achsialität des Hauses ist für das Schaffen des bekannten Kölner Architekten Theodor Merrill charakteristisch. Schon früh zeigen seine Bauten - meist Villen des gehobenen Anspruchs in sachlich repräsentativer Gesamtkonzeption - vor dem ersten Weltkrieg und in den 20er Jahren diese Tendenz, die in den 30er und 40er Jahren dann ihre volle, vor allem in den Berliner Bauten sich steigernde Ausprägung erhält. Der Einfluß englischer Landhäuser ist besonders in den Marienburger Villen unverkennbar, der aus der engen Beziehung des Architekten zu Amerika resultiert. Als ein bisher weniger bekanntes Werk dieses Architekten ist das o. g. Gebäude besonders schützenswert.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Doppelort Rath/Heumar, der heute durch eine Autobahntrasse, etwa auf der alten Grenze zwischen der Bürgermeisterei Merheim und der Bürgermeisterei Heumar (Amt Porz), getrennt wird, wurde erst 1975 gebildet. Das nördlich gelgene Rath, um eine mittelalterliche Wasserburg gelegen, gehörte zum Kirchspiel Merheim, während Heumar eine eigene Kirche, wohl ehemals Eigenkirche des Durchhäuserhofes, besaß. Sie war ursprünglich abhängig von der Porzer Pfarre, der romanische Bau wurde leider im 19. Jahrhundert bis auf den Turm abgerissen. Politisch gehörten beide Orte zur Grafschaft Berg.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Dorf um die Burg und die großen Höfe außerordentlich weiträumig entlang der Rösrather Str., der Forststr. (Rath/Heumar) und der Eiler Str., es blieben jedoch größere Waldgebiete um das Schloß Röttgen und auf der Hochterrasse im ehemaligen Königsforst, erhalten. Hier finden sich auch noch vorchristliche Hügelgräber, die von früher Besiedlung dieses am Rande des rhein. Urstromtals liegenden Gebiete zeugen.

Wahrscheinlich waren diese Gräber eine der Gründe für die Benennung der hier gelgenen Straßen aus den 20er und 30er Jahren nach germanischen Göttern.

Referenz: 3369


Das Denkmal hat die Nummer 4454 und ist seit dem 24. Februar 1988 geschützt.

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