Wohnhaus

Bonner Wall 100, 50677 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: um 1906


  • vier Geschosse
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederungen
  • Stil: Jugendstil

 

Fassade

Baugeschichtlich bezeugt das traufständige Wohnhaus den ursprünglichen Baubestand der Straße und die zeitgemäßen neuen Bestrebungen um die neuen stilistischen Lösungen im Wohnungsbau um die Jahrhundertwende.

Die im Innern großzügig ausgestatteten Wohnungen sind dabei außen zurückhaltend dargestellt. Die traditionelle Symmetrieachse des Kölner Wohnungsbaus aus dem 19. Jhdt. ist hier durch die verdoppelten breiten Fenster und Balkone an jedem Hauptgeschoß erhalten und betont.

Auf die Werkstein-Quadergliederung des Erdgeschosses folgt der rauhe Mörtelputz des ersten und die helle Stuckornamentik der oberen zwei Geschosse. Das um die Fenster und Balkonbrüstung sich wiederholende geometrische Reihenornament sowie der schwungvolle flache Blumenschnitt an beiden Seitenachsen weisen auf den Jugendstil hin.

Inneres

Die für die Zeit  neue Ornamentik des Jugendstils entfaltet sich dabei besonders im Hausinnern. Das inkrustierte Bodenmosaik in der Eingangszone ist in den oberen Geschossen weiter verfolgt und gesteigert durch farbige Kacheleinlagen im Vestibül und der schwungvollen Treppenführung.

Die Fenster im Treppenhaus zum Hinterhof sind noch im ursprünglichen Zustand erhalten.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt Zeugnis des zwischen der inneren und äußeren Wallanlage ab 1881 bis etwa 1910 durchgeführten Stadterweiterung, die in ihrer zweiten Welle auch das Gebiet der Südstadt erreichte. In einer einheitlichen spätklassizistischen Planungsauffassung wurden unter der Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Wohn-, Geschäfts- und Industrieanlagen geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Zu diesem gemischten, sowohl Wohn- als Gewerbe- und Kommunikationszonen zählt auch das Gebiet des heutigen Bonner Walls.

Städtebaulich bildet das o. g. Objekt ein stilistisch einheitlich konzipiertes Straßenensemble, das bis zum Eckhaus Nr. 86 zählt. Alle Gebäude der Häuserreihe ergänzen sich gegenseitig in Höhe, Baumasse, Proportionen sowie in baukünstlerischer Absicht und bilden so eine bis heute aussagekräftige, für die Zeitbauten so typische urbanistische Einheit.

Referenz: 2593


Das Denkmal hat die Nummer 4418 und ist seit dem 25. Januar 1988 geschützt.

Denkmal <Wohnhaus> bearbeiten
Zum Denkmalkatalog Kommentar zum Denkmal abgeben