Wohn- und Geschäftshaus

Aachener Str. 34, 50674 Köln - Neustadt-Süd
Errichtet: 1885 - 1890


  • vier Geschosse
  • drei Achsen
  • Stuckfassade
  • Stil: Historismus

 

Das Hause gehört zu den früheren Bauten der Neustadt. Die Stuckfassade ist auch noch völlig im Stil des Historismus konzipiert, klassische Architekturelemente wie durchlaufende Gesimse, Fensterüberdachungen, Festons und Schlußsteine über den Fenstern bestimmen die relativ einfach strukturierte Fassade, die im Dachbereich mit einer vorspringenden geraden Attika abgeschlossen wird. Das Erdgeschoß mit Laden wurde erneuert, erneuert wurden auch die Fenster und die Haustüre. Das Innere war nicht zugänglich.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das Haus Aachener Str. 34 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Hermann Josef Stübben (1845-1936) anstelle der alten Mauer und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die Altstadt ziehende Bauzone ist absichtlich im Wohnwert und städtebaulichem Standard stark differenziert und wird durch die sogenannten "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen und Opernhaus und Plätze, auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Anlage. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der preußischen Besetzung einsetzte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen architektonische, kunsthistorische und städtebauliche Gründe. Die Aachener Straße ist eine alte schon von den Römern angelegte Ausfallstraße nach Aachen, die jedoch im Glazisbereich Kölns unbebaut geblieben war.

Das Objekt ist vor allem städtebaulich von Interesse, da es die Erstebebauung der Aachener Straße dokumentiert und zusammen mit den Häusern Nr. 30 - 38 ein relativ gut erhaltenes Ensemble gründerzeitlicher Mietshäuser bildet. Der stadtnahe Teil der Aachener Straße wird im Charakter überwiegend von Bauten aus der Gründerzeit bestimmt, so daß der Schutz des Gebäudes zum Erhalt des Stadtbildes beiträgt.

Referenz: 0033


Das Denkmal hat die Nummer 4357 und ist seit dem 9. Dezember 1987 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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