Wohn- und Geschäftshaus

Florastr. 75, 50733 Köln - Nippes
Errichtet: um 1890


  • vier Geschosse, hofwärtiges Seitenhaus
  • drei Achsen
  • Putzfassade mit Stuckgliederung
  • Stil: Neo Renaissance

 

Baugeschichtlich gehört es als Typ in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe des Gebäudes. 

Fassade

Die Fassade ist streng axial, durch Gesimse und Putzbänder horizontal gegliedert sowie im Achsenabstand gleichmäßig geordnet. Besonders sind die Fenster von der Hausfläche durch Profilrahmung und Verdachung, die sich von Geschoß in Geschoß in der Form vereinfacht, hervorgehoben.

Als "Belétage" ist das erste Obergeschoss durch Rundbogenbekrönung und Brüstungsfelder betont; die anderen Obergeschosse besitzen eine Gesimsverdachung. Ein Felder-Fries gibt der Hauswand dekorativen Abschluß.

Die historische Ausstattung des Hauses belegen:

  • z. T. vorhandene Fensterrahmen
  • Fliesenboden im Hausflur und Ladenlokal
  • Holztreppe mit
  • gedrechseltem Geländer
  • Antrittspfosten
  • z. T. Wohn- und Zimmertüren
  • Kellerschutzgitter.

 

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Ortsgeschichtlich dokumentiert es die Bebauung der Florastraße um 1890. Mit der um 1860 einsetzenden Entwicklung von Nippes zum Industrie- und Wohnort begann auch der Ausbau der "Kappesjaaß", wie früher die alte Dorfachse bezeichnet wurde. Das von kleinbäuerlichen Anwesen geprägte Gebiet zwischen Neusser Str. und Niehler Str. gewann städtischen Charakter. Gebäude wie das genannte Haus belegen exemplarisch diesen zeitbedingten Wandel des Ortsbildes.

Städtebaulich wichtig ist das Haus wegen seiner Zugehörigkeit zu einem Denkmalensemble (Nr. 75, Nr. 75 a, Eckhaus Niehler Str. 83 sowie Nr. 70 - 74), das maßgeblich die Florastraße im Bereich zur Niehler Str. akzentuiert. In seiner Erscheinung wird das historische Straßenbild erfahrbar.

Referenz: 3690


Das Denkmal hat die Nummer 4355 und ist seit dem 30. November 1987 geschützt.

Denkmal <Wohn- und Geschäftshaus> bearbeiten
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